Verband Deutscher Grundstücksnutzer

"Der VDGN unterstützt uns"

Nicht immer konfliktfrei: Auseinandersetzungen mit Ämtern und Zweckverbänden


Unser Verein„Interessengemeinschaft Üdersee II” e.V. hat sich 1990 als Nachfolger der ehemaligen DDR-Interessengemeischaft gegründet. Die Nutzung der Wochenendgrundstücke erfolgte auf der Grundlage von Erbbaupachtverträgen. Im Jahre 1995 erwarb ein Teil der Mitglieder den Grund und Boden der genutzten Parzellen von der Kommune, die übrigen blieben weiterhin, bis zu einer erneuten Kaufmöglichkeit im Jahre 2004, Erbbaupächter.

Das Ziel und die Aufgaben unseres Vereins bestehen vorrangig in der Gewährleistung, Sicherung und Weiterentwicklung der Naherholung auf dem Territorium der Interessengemeinschaft im Interesse unserer Mitglieder. Dazu pflegen wir die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Werbellin und dem Ämtern des Kreises. Dabei mußten wir jedoch erkennen, daß die Zusammenarbeit mit den kommunalen Organen nicht einfach ist und nicht immer konfliktfrei verläuft.

Das war auch einer der Gründe, weshalb wir am 1.3.2001 Mitglied im VDGN wurden und diesbezüglich Rat und Unterstützung in Anspruch nehmen konnten.

Zu den Aufgaben unseres Vereins gehört ebenfalls die Versorgung unserer Mitglieder mit Trinkwasser und Energie, was die ständige Gewährleistung und Unterhaltung der vereinseigenen Wasser- und Energieversorgungseinrichtungen erfordert. Bei Auseinandersetzungen mit ehemaligen Vereinsmitgliedern bezüglich der Mitnutzung dieser Vereinseinrichtungen konnten wir uns beim Verband beraten und erhielten juristische Hilfe vor Gericht durch einen Vertrauensanwalt des VDGN. Diese Auseinandersetzungen wurden zum Teil erfolgreich für unseren Verein abgeschlossen, ein zu unseren Ungunsten ausgegangener Rechtsstreit verursachte jedoch auch erhebliche finanzielle Aufwendungen.
Vor diesem Hintergrund und im Zusammenhang mit anstehenden größeren finanziellen Aufwendungen für die Erneuerung unserer Wasserversorgungsanlage war ein Großteil der Mitglieder 2009 der Auffassung, daß nun unsere Probleme geklärt sind. Wir beschlossen, aus dem VDGN auszutreten.

Bereits zum Jahresende wurden wir jedoch mit einem Problem konfrontiert, wo wir Hilfe und Unterstützung des Verbandes gut gebrauchen können.
Trotz vieler Proteste und aktiven Handelns der Vorstände verschiedener Vereine und einzelner Datschenbesitzer konnte nicht verhindert werden, daß der ZWA Eberswalde eine neue Gebührensatzung beschloß, mit der eine Abwassergrundgebühr für Sammelgruben in Höhe von 14 Euro monatlich eingeführt wurde. In den Jahren von 2001 bis 2009 wurde keine Grundgebühr für abflußlose Sammelgruben erhoben. Die Entsorgung eines Kubikmeters Abwasser kostete bisher 9,25 Euro. Nach der neuen Gebührensatzung kostet die Entsorgung unter Hinzuziehung der monatlichen Grundgebühr und einer Mengengebühr von 6,50 Euro€pro Kubikmeter das 2,5- bis 6,7-fache des bisherigen Preises. Gegenüber der Grundgebühr für den Zeitraum von 1996 bis 2000 stieg die neue Grundgebühr sogar auf das 44-fache.
Besonders dramatisch für alle Datschennutzer daran ist, daß diese Grundgebühr auch für den Zeitraum gezahlt werden soll, in dem kein Abwasser aufgrund der nur saisonalen Nutzung anfällt.

Auf einer kurzfristig einberufenen Beratung mit Vereinsvorsitzenden wurde gemeinsam mit dem Präsidenten des VDGN und weiteren Experten des Verbandes über Möglichkeiten beraten, wie wir uns gegen die überhöhte Grundgebühr für die mobile Schmutzwasser-entsorgung zur Wehr setzen können und welche Maßnahmen dazu eingeleitet werden müssen.
Anhand dieser Problematik ist uns erst so richtig bewußt geworden, daß wir mit dem Austritt aus dem VDGN doch übereilt gehandelt haben. Wir haben diesen Beschluß rückgängig gemacht.

Auf Grund unserer Erfahrungen können wir nur allen Mitgliedsvereinen raten, gründlich abzuwägen, was wirklich im Interesse des Vereins und seiner Mitglieder ist. Uns wurde sehr schnell deutlich, daß immer wieder – gerade auch für Grundstückeigentümer – Probleme auftreten, deren Bewältigung durch Unterstützung des VDGN sehr hilfreich sein kann. In einer großen Solidargemeinschaft kämpft es sich immer besser und wirksamer für die Interessen der Mitglieder als in einem kleinen Verein.

Die Mitgliedschaft in einem starken Verband wie dem VDGN ist ein wichtiger Rückhalt, um sich gegen unberechtigte Forderungen von Gemeinden sowie überzogene kommunale Gebühren und Abgaben zur Wehr setzen zu können.

Bernhard Schalitz, Vorsitzender der „Interessengemeinschaft Üdersee II” e.V.

zurück