Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Für einen menschenfreundlichen Stadtflughafen Berlin-Schönefeld

Weil Eigentum verpflichtet


In das Flughafenprojekt Berlin-Schönefeld ist viel Geld, Beton und Schweiß geflossen. Niemand vermochte es zu verhindern. Jetzt geht es darum, auf Dauer einen menschenfreundlichen Flughafenbetrieb herbeizuführen und zu sichern.

Schönefeld ist und bleibt ein Stadtflughafen. Das haben seine Eigentümer so gewollt, als sie stadtfernere Standorte, z. B. Sperenberg, verwarfen.

Mit einem Stadtflughafen sind zwangsläufig Einschränkungen im Flugbetrieb verbunden.

Der Gesundheitsschutz der Menschen erfordert ein striktes Nachtflugverbot. In Schönefeld wird also zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr kein Flugzeug starten oder landen dürfen. Auch für den Flugbetrieb tagsüber muß gelten: Der Schutz der Menschen hat absolute Priorität vor jeglichen wirtschaftlichen Belangen. Flugrouten, Startbahnregime und Warteräume in der Luft sind so zu gestalten, daß eine geringst mögliche Anzahl von Menschen im geringstmöglichen Umfang belastet wird. Dicht besiedelte Gebiete dürfen nicht überflogen werden.

In gewisser Weise durch Verwaltungsentscheidungen flankiert, geistert noch immer eine Art „politischer Größenwahn“ durch das Unternehmen Flughafen Schönefeld. Das ist offenbar auch die tiefere Ursache der derzeitigen „Flugroutenproteste“. Der Stadtflughafen Berlin-Schönefeld ist als Drehkreuz und für Fernflüge objektiv ungeeignet, denn die vollgetankten Jumbo-Jets werden nicht so schnell und so steil steigen können, wie es der Lärmschutz erfordert. Das sollten die Eigentümer endlich zur Kenntnis nehmen.

Nun ist der Flughafen Berlin-Schönefeld quasi volkseigen. Er gehört jeweils zu 37 Prozent den Ländern Berlin sowie Brandenburg und zu 26 Prozent der Bundesrepublik Deutschland. Er verpflichtet damit alle Bürger der BRD zu einem menschenfreundlichen Flughafenbetrieb in Schönefeld, die Berliner und die Brandenburger dabei mit dem stärksten Stimmrecht. Jetzt sind die Vertreter der Eigentümer in der Pflicht, einen menschenfreundlichen Betrieb dieses Stadtflughafens in Gang zu bringen und dauerhaft zu gewährleisten: Abgeordnetenhaus Berlin, Landtag des Landes Brandenburg, Deutscher Bundestag. Sie alle sind dem Grundgesetz verpflichtet, auch dessen Artikel 14(2): „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Es wäre für den demokratischen Rechtsstaat fatal, wenn diesen Volkseigentumsvertretern erst des Volkes Zorn beibringen müßte, ihren grundgesetzlichen Eigentümerverpflichtungen nachzukommen und dafür einzustehen, daß beim Betrieb des Flughafens Berlin-Schönefeld der Schutz der Menschen auf Dauer Vorrang vor Renditeerwartungen erhält.

Die Mitglieder des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer e.V. (VDGN) werden ihre Miteigentümerrechte zum Stadtflughafen Berlin-Schönefeld noch stärker einfordern und wahrnehmen und sie werden unentwegt weiter für die flächendeckende Solidarität aller Betroffenen werben.

Klaus-Joachim Henkel, Peter Ohm

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