Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Wert der Garagen sichern!

Aufruf des 11. VDGN-Verbandstages

1. Derzeitige Situation
Die bestehenden Garagenstandorte in guter Lage haben sich als gute Renditeobjekte für Grundstückseigentümer erwiesen. Es existiert faktisch kaum Baulandnachfrage und es ist zu erwarten, daß dies auf lange Sicht auch so bleiben wird. Weder bei Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften noch bei Privateigentümern besteht daher die Absicht, Garagenstandorte zu beseitigen. Wirtschaftlichkeit einerseits, gesamtwirtschaftliche Lage sowie demographische Entwicklung andererseits, bilden den besten Schutz der Garagen.

2. Prognosen des VDGN
Unsere Prognosen, die auch auf dem 10. Verbandstag sehr nachhaltig vertreten worden sind, haben sich hundertprozentig als richtig erwiesen. Sie haben keine Einschränkung auch für die Zukunft erfahren – im Gegenteil (siehe oben):

• keine Kündigungswelle,

• keine Abrißwellen,

• Grundstückseigentümer wollen nur mehr Geld.

3. Konsequenzen für die künftige Handlungsweise
Erforderlich ist ein bewußtes Handeln der Garageneigentümer, sie sind letztlich diejenigen, die durch Passivität und Nachgiebigkeit dafür sorgen, daß sie anschließend finanziell schlechter gestellt sind. Beispielhaft wird dies deutlich, wenn man sich die Entwicklung der sogenannten Ortsüblichkeit zur Pachthöhe anschaut. Jede Erhöhung, die widerstandslos von einigen Pächtern hingenommen wird, beeinflußt die Ortsüblichkeit zum Nachteil aller Pächter. Die Erfahrungen zeigen auch, daß Grundstückseigentümer eher verhandlungsbereit sind, wenn ihnen eine geschlossene Garagengemeinschaft gegenübersteht, als wenn sie Einzelne massiv unter Druck setzen können.

Das bedeutet Mut zum strategischen Handeln beweisen und fachkundige Anleitung in Anspruch nehmen, die unbedingt erforderlich ist.

4. Entschädigung immer einfordern
In guten Lagen, in denen sich nach Aufgabe der Garage in kurzer Zeit Nachfolgeinteressenten finden, braucht kein Garageneigentümer nach einer Kündigung, von welcher Seite auch immer, entschädigungslos den Platz zu räumen.

Es ist entschieden gegen den juristischen Unsinn: „im Falle einer Kündigung, von welcher Seite auch immer, geht die Garage entschädigungslos in das Eigentum des Bodeneigentümer über“, anzugehen.

Ein Fall in Berlin-Schöneweide hat gezeigt, daß auch baurechtliche Gegebenheiten großen Einfluß auf die Entschädigungshöhe haben können. Das betreffende Grundstück in einer Lage mit hohen Baulandpreisen war im baurechtlichen Sinne über die Zulässigkeit hinaus bebaut. Der Abriß der Garage, der nicht zwingend erforderlich war, hätte keine neue Bebauung ermöglicht. Die Bebauung mit der Garage stellte also nach gutachterlicher Einschätzung einen nicht unerheblichen Beitrag zur Verkehrswerterhöhung des Grundstücks dar, was wiederum zu einer erheblichen Entschädigung des Garageneigentümers führte.

5. Gerichtliche Prozesse vermeiden Es muß im Zusammenhang mit der Kündigungsproblematik klargestellt werden, • Ein Prozeß lohnt sich für beide Seiten nicht: 1. Der Eigentümer zahlt neben der Entschädigung dann noch einen Großteil der Prozeßkosten; 2. beim Garageneigentümer wird die Entschädigungssumme zum großen Teil durch seinen Anteil an den Prozesskosten aufgezehrt. • Garageneigentümer sollten auf keinen Fall auf ihren Entschädigungsanspruch verzichten. • Die betroffenen Eigentümer der Garagen sollten nicht allein versuchen, Entschädigungen herauszuholen. In jedem Fall ist fachkundige Unterstützung angeraten, z. B. durch den VDGN. • Ein guter Weg ist, den Entschädigungsanspruch an den VDGN abzutreten und dann völlig risikolos am Nettoerlös der gezahlten Entschädigung prozentual beteiligt zu sein. Erfolgreich wurde dieser Weg in einem Entschädigungsfall, den der VDGN kürzlich in Erfurt beispielhaft für sich entschieden hat, praktiziert. Dieser Fall hat gezeigt, daß es mit Hilfe des VDGN möglich ist, auch ganz ohne gerichtliche Auseinandersetzung, Grundstückseigentümer (hier die Stadt Erfurt), die rigoros Entschädigungen ablehnen, zur Zahlung zu bewegen. Über Einzelheiten werden wir im Verbandsjournal und unseren Garagen-Newslettern in Kürze berichten.

zurück