Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Lebendiges Symbol

Wie Briefe an den Bundespräsidenten beantwortet werden

„Der Bundespräsident ist ´lebendiges Symbol´ des Staates.“ So heißt es auf Horst Köhlers amtlicher Website www.bundespraesident.de, die über die Arbeit des Bundespräsidialamtes auch mitzuteilen weiß: „Mit großer Sorgfalt werden alle eingehenden Briefe und jedes Anliegen geprüft. Bei berechtigten Anliegen werden sämtliche Möglichkeiten der Einwirkung durch den Bundespräsidenten ausgeschöpft.“

Wie weit der Ausschöpfungsdrang tatsächlich reicht, mußte gerade eine Beschwerdeführerin aus dem Bereich des Wasserzweckverbandes (WZV) Strelitz erfahren. Kurz vor Weihnachten 2008 verfaßte sie ein Schreiben, in dem sie Horst Köhler auf die Nöte von Menschen in Mecklenburg aufmerksam machte, die jetzt für ihre aus Vorzeiten stammenden Anschlüsse an das Trinkwassernetz zahlen sollen. Reaktion aus dem Amte des Staatsoberhaupts: Das Schreiben wurde flugs an das Schweriner Landesministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz weitergeleitet, das der Petentin auch recht schnell antwortete – in einem Stile, den folgende Satzfetzen zur Genüge charakterisieren: „Nach Auskunft des WZV Strelitz werden auf der Grundlage einer rechtskräftigen Satzung ... Der Geschäftsführer Herr Düsel wies mich weiterhin darauf hin... Weiterhin teilte mir Herr Düsel mit...“ Zum Schluß erhielt die Beschwerdeführerin noch die Empfehlung, beim nächsten Mal möge sie sich doch an die Kommunalaufsicht beim Landkreis Mecklenburg-Strelitz wenden.

Geschrieben hatte die Frau an den Bundespräsidenten. Bekommen hat sie eine Antwort des Zweckverbandes, von dem die Beschwerde handelte. Die Selbstdarstellung des Bundespräsidenten als „lebendiges Symbol des Staates“ ist offensichtlich richtig.

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