Verband Deutscher Grundstücksnutzer

VDGN bietet Energiesparpaket an

Beratung und Messung mit 400 Euro staatlicher Förderung bezuschußt

In meiner Tätigkeit als Energieberater mache ich zunehmend die Erfahrung, daß VDGN-Mitglieder verstärkt Interesse zeigen, konkrete Informationen zur energetischen Qualität ihrer Wohngebäude zu erhalten.

Fast alle haben in den vergangenen Jahren fleißig in energiesparende Maßnahmen investiert, entweder in Eigenleistung oder durch Beauftragung von Handwerksfirmen. Einige haben komplett saniert oder sogar neu gebaut. Nun möchten sie wissen, wo sie stehen. „Entspricht mein Energieverbrauch auch wirklich dem erreichten Ausbaustand oder ist er zu hoch? Haben wir alles richtig gemacht? Haben die Handwerker fachgerecht gearbeitet oder gibt es Mängel und Schwachstellen, die beseitigt werden müssen?“

Fragen der Behaglichkeit, Schimmelbildung und Gefahr der Schädigung von Bauteilen, beispielsweise durch unsachgemäß ausgeführte Dämmarbeiten, spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle. Großes Interesse besteht auch darin, wie und mit welchen Maßnahmen die Heizkosten weiter reduziert werden könnten, was sich im konkreten Fall noch lohnt und was eher nicht sinnvoll ist. Welche günstigen Finanzierungen und Fördermittel gibt es und unter welchen Voraussetzungen werden sie bereitgestellt? Welche gesetzlichen Vorgaben sind bei Sanierungsarbeiten zu beachten? Und Berliner möchten erfahren, was für Anforderungen das Berliner Klimaschutzgesetz bringen wird? Zufriedenstellende Antworten auf all diese Fragen kann nur eine umfassende Beratung durch erfahrene Energieberater geben. So genannte Energiechecks und Energieausweise auf der Grundlage des Verbrauchs sind dafür nicht geeignet, ebenso wenig Thermografieaufnahmen für kleines Geld im Rahmen von „Thermografieaktionen“.

Um nun die o. g. Fragestellungen umfassend beantworten zu können, muß eine Energieberatung folgendes beinhalten:

1. Gründliche Analyse und Bewertung des Istzustands.

Dazu gehört die Erfassung der Gebäudehülle mit ihren geometrischen und bauphysikalischen Eigenschaften. Gerade bei Bestandsgebäuden erfordert dies viel Erfahrung und umfangreiches Wissen. Gleiches gilt für die Bewertung der Anlagentechnik für Heizung und Warmwasserbereitung. Auch das individuelle Nutzerverhalten der Bewohner muß hinterfragt werden. Weiterhin ist der bautechnische Zustand der Gebäudehülle von großer Bedeutung. Wärmebrücken, Dämmungsmängel und Undichtigkeiten, die hohe Heizenergieverluste, Schimmelbildung und Schäden an Bauteilen verursachen, kann man nicht „sehen“, sie können nur mit geeigneten Meßgeräten vollständig aufgedeckt werden. Mit Blower-Door-Meßgerät und Thermokamera sind hier sehr aussagefähige Ergebnisse möglich. Will man wirklich alle Mängel und Schwachstellen einer Gebäudehülle vollständig erfassen, haben sich in meiner praktischen Energieberatertätigkeit folgende Meßverfahren als besonders effizient erwiesen:

- Außenthermografie zur Aufdeckung von Wärmebrücken und anderen Wärmeverlusten, z. B. Sockelmauerwerk, Dachbereich.

- Innenthermografie bei Unterdruck im Gebäude für die Lokalisierung von Undichtigkeiten und Dämmungsmängeln. Hinterlüftete Gipskartonplatten und mangelhaft gedämmte Dachkonstruktionen können hier zielsicher erkannt werden.

• Außenthermografie bei Überdruck im Gebäude, besonders geeignet für Aufnahmen im Spitzboden, um Dämmung und Dampfsperrebene von Dachschrägen und oberer Geschoßdecke zu überprüfen.

• Blower-Door-Messung zur Ermittlung der Luftwechselrate als Qualitätsmerkmal der Gebäudedichtigkeit. Mit dem Blower-Door-System wird auch der erforderliche Differenzdruck für die Leckagesuche mit Thermokamera und andern Hilfsmitteln erzeugt.

2. Soll-Ist-Vergleich der Heizkosten

Für den Istzustand wird der berechnete Heizenergiebedarf mit dem realen Heizenergieverbrauch abgeglichen. Bei größeren Abweichungen müssen die Ursachen, die z. B. im Nutzerverhalten liegen können, ermittelt werden.

3. Ableitung sinnvoller Sanierungsmaßnahmen zur Heizkostensenkung

Ausgehend vom Istzustand, zielen diese Maßnahmen auf die energetische Verbesserung der Gebäudehülle (Fenster und Dämmung von Dach, Außenwänden, Kellerdecke) und auf den Einsatz moderner Anlagentechnik für Heizung und Warmwasserbereitung unter Einbeziehung regenerativer Energien. Es werden immer mehrere Varianten untersucht. Die jeweils erreichte energetische Qualität wird mit Aussagen zur Erfüllung von Fördervoraussetzungen bewertet.

Seit dem 1. Oktober 2009 gibt es bei Inanspruchnahme der genannten Leistungsinhalte im Rahmen der staatlich geförderten Vor-Ort-Energieberatung einen Zuschuß von 400 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 460 Euro für Mehrfamilienhäuser, vorausgesetzt, der Bauantrag für das Gebäude wurde vor dem 1. Januar 1995 gestellt. Um diese Fördermittel optimal nutzen zu können, bietet der VDGN seinen Mitgliedern diese Leistungsinhalte in einem Energiesparpaket 2009/10 zu besonders günstigen Konditionen an. Durch die Ausführung von Vor-Ort-Energieberatung, Thermografie und Blower-Door-Messung inklusive Energiebedarfsausweis in einem Paket ergeben sich in Bezug auf Datenerfassung, An-Abreise, Berichterstellung, Erläuterung der Ergebnisse sowie Vor- und Nachbereitung erhebliche Synergieeffekte. Deshalb kann der Paketpreis im Vergleich zur Summe der Einzelpreise um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Hinzu kommt noch, daß Fördermittel für Blower Door und neuerdings auch für Thermografie nur noch in Kombination mit der Vor-Ort-Energieberatung gezahlt werden. Für Einzelmessungen werden keine Fördermittel mehr bereitgestellt. Es lohnt sich also auf jeden Fall, Blower-Door- und Thermografie-Messungen immer mit der Vor-Ort-Energieberatung zu kombinieren, um in den Genuß der Fördermittel von 400 Euro bzw. 460 Euro zu kommen.

Beratungsempfänger, die das Energiesparpaket 2009/10 in Anspruch nehmen, erhalten einen umfangreichen Bericht und zwei ausführliche Vor-Ort-Beratungsgespräche. Diese werden jeweils bei der Datenerfassung, Meßdurchführung und Erläuterung der Untersuchungsergebnisse durchgeführt. Zusätzlich zu Analyse und Bewertung des Istzustands werden sinnvolle Sanierungsvarianten erarbeitet mit Aussagen zu Kosten, Wirtschaftlichkeit, Einspareffekten und Umweltentlastung. Die Ergebnisse zu Blower-Door und Thermografie sind in den Bericht integriert. Details der Messungen wie Prüfbericht und Gutachten mit Thermogrammen, Fotodokumentation, Bewertung und Empfehlungen zur Mängelbeseitigung sind dem Bericht als Anlage beigefügt. Zusätzlich erhält der Beratungsempfänger eine Information zur Inanspruchnahme von Fördermitteln und einen Energieausweis auf der Grundlage des Bedarfs. Ein nicht zu unterschätzender und ganz nützlicher Effekt ist der Erkenntnisgewinn der Hausbesitzer im Sinne einer „energetischen Qualifizierung“. Das wird jeder bestätigen, der schon einmal eine gründliche Blower-Door-Messung mit Thermografieunterstützung begleitet hat. Auf der Internetseite des Verfassers kann eine Musterdokumentation dieses Energiesparpakets eingesehen werden.

Das Energiesparpaket 2009/10 bietet sich besonders für folgende Zielgruppen an:

1. Hausbesitzer, die schon energetisch saniert haben und die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen möchten,

2. Hausbesitzer, die schrittweise weitere energetische Sanierungen durchführen möchten, jedoch eher im Rahmen von Einzelmaßnahmen mit hohem Eigenleistungsanteil,

3. Hausbesitzer, die umfangreich sanieren wollen mit der Zielstellung, das Energieeffizienzhaus-Niveau zu erreichen, um eine günstige KfW-Finanzierung und weitere Fördermittel in Anspruch nehmen zu können,

4. Hausbesitzer, die neu gebaut haben und die energetische Qualität der Bauausführung überprüfen möchten, um ggf. auch Ansprüche im Rahmen der Gewährleistung geltend zu machen.

Die Inhalte des Energiesparpakets 2009/10 werden immer individuell an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepaßt. Natürlich werden auch bauliche Besonderheiten, z. B. Bauweise in Hohlmauerwerk oder in Holzständerbauweise errichtete Fertighäuser, berücksichtigt.

Bei Interesse am Energiesparpaket 2009/10 wenden sich Mitglieder bitte an den VDGN-Unternehmenspool. Hier erhalten Sie bei Bedarf weitere Informationen und, wenn Sie es wünschen, ein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Energiesparpaket 2009/10 zu günstigen VDGN-Konditionen.

Heinz Schöne, Energieberater

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