Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Viele Fragen zum Sozialrecht

Rechtsanwältin Kristin Dulitz berät VDGN-Mitglieder – am Telefon oder vor Ort


Sie sind seit 2003 Rechtsanwältin in Neubrandenburg. Auf welchen Gebieten betreuen Sie Ihre Mandanten?

Das ist vor allem das Verwaltungsrecht, d.h. immer dann, wenn der Bürger dem Staat gegenüber steht und dabei Probleme entstehen. Ganz klassisch sind da die Beitrags- und Gebührenbescheide der Abwasserzweckverbände zu nennen oder wenn der Bürger eine Baugenehmigung beantragt und die Behörde ihm diese versagt. Neben dem Verwaltungsrecht bediene ich das Miet- und Pachtrecht, das Verkehrsrecht und das Sozialrecht. Arbeitsrecht und allgemeines Wirtschaftsrecht sind weitere Ausrichtungen meiner Kanzlei.

Seit einiger Zeit beraten Sie auch VDGN-Mitglieder in Grundstücksfragen und sind für unsere telefonische Rechtsauskunft tätig. Was sind die Gründe für Ihr Engagement beim VDGN?

Auf den VDGN wurde ich zum ersten Mal aufmerksam, als ich gerade zum Thema Anschlußbeiträge recherchierte und vom Einsatz des VDGN für die Veränderung der kommunalen Abgabengesetze las. Das weckte mein Interesse. Und nun bin ich selbst ein Teil dieses kämpferischen Verbandes. Ich verstehe den VDGN nicht nur als Schützer der Interessen der
Grundstückseigentümer, sondern auch als Prüfer der bestehenden gesetzlichen Regelungen zu Grundstücksfragen und als Ideengeber für neue bessere Gesetze. Der VDGN meckert nicht nur, sondern macht auch konstruktive Verbesserungsvorschläge. Zudem bietet er seinen Mitgliedern professionelle Hilfe. Mehr Gründe brauchte ich nicht, um einzusteigen.

Mit welchen Fragen wenden sich VDGN-Mitglieder in der telefonischen Rechtsauskunft an Sie?

Mir ist aufgefallen, daß im Bereich des Sozialrechts starker Aufklärungsbedarf besteht. So z. B. bei der Zahlung von fiktiven Kosten für Unterkunft und Heizung an Hauseigentümer, die ALG II beziehen. Die wenigsten wissen, daß auch Hauseigentümer, die ALG II beziehen, einen Anspruch auf Zahlung von Kosten für Unterkunft und Heizung haben. Die Höhe dieser fiktiven Kosten richtet sich nach dem, was die Hauseigentümer erhalten würden, wenn sie zur Miete wohnen würden. Sollte das Haus noch nicht vollständig abgezahlt sein, könnte sogar noch mehr gefordert werden, wenn die Vergleichsmiete nicht mal einen Bruchteil der Finanzierungskosten decken kann. Das hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg am 9. Mai 2006 in einem Grundsatzurteil (Aktenzeichen L 10 AS 103/06) festgelegt.

zurück