Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Datschenvereine erhalten und stärken

Von Peter Ohm, Präsident des VDGN

Viele Probleme konnten in den letzten Jahren in den Datschenvereinen erfolgreich oder zumindest zufriedenstellend gelöst werden. Nicht selten war es aktiven Vorständen zu verdanken, daß überzogene Pachtvorstellungen der Grundstückseigentümer gemeinsam von den Vereinsmitgliedern zurückgewiesen werden konnten. In vielen Fällen jedoch war eine gerichtliche Auseinandersetzung nötig, um uneinsichtige Grundstückseigentümer in die Schranken zu weisen. Einige dieser Fälle liegen jetzt sogar dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vor. Dank der Rechtsschutzversicherung des VDGN, konnten unsere Mitglieder sich den dazu notwendigen langen Atem leisten, ist doch der Prozeßgegner kein Geringerer als die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch ihre Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten.

Glücklich dagegen könnten sich doch die Vereine und ihre Mitglieder schätzen, die die Möglichkeit zum Erwerb ihrer Parzellen erhalten und genutzt haben. Aber auch hier währte die Freude über das kleine Stück Eigentum oft nur kurz. Bescheide zur Zweitwohnungssteuer, zu Erschließungsbeiträgen oder anderen Kommunalabgaben, ließen nicht lange auf sich warten. Aber jetzt hieß es oftmals, jeder kämpft für sich allein. Erfolgreich waren aber meist nur diejenigen, die sich auf ihre alten Stärken besonnen haben. Sie haben mit Prozeßgemeinschaften deutlich gemacht : Gemeinsam sind wir stark!

Häufig sind wir in den Vereinen nach dem Grundstückskauf mit der Frage konfrontiert worden, wozu brauchen wir jetzt noch den VDGN. Die Antwort darauf ist nicht immer einfach, weil wir keine Propheten sind und die Probleme von morgen vorhersehen können. Aus Erfahrung wissen wir aber, daß es ein Morgen ohne Probleme nicht geben wird, weder für Pächter noch für Eigentümer.

In den Gesprächen mit Vorständen unserer Datschenvereine sind wir auf ein weiteres Problem aufmerksam geworden. Viele unserer Vereinsvorsitzenden sind langjährige, erfahrene Kämpfer an der ehrenamtlichen Front. Nicht immer beliebt bei allen, aber zumindest respektiert von der überwiegenden Mehrheit. Daß ein Ehrenamt wenig Dank und viel Arbeit bedeutet, wissen nicht nur die, die es ausführen. Es trotzdem über viele Jahre auszuüben, hat unser aller Respekt. Keinem der Ehrenamtlichen ist es zu verdenken, im fortgeschrittenen Alter darüber nachzudenken, die Geschicke des Vereines in jüngere Hände zu legen. Was aber wenn, wie uns berichtet, keiner der Jüngeren diese Aufgabe übernehmen möchte. Ohne arbeitsfähigen Vorstand ist der Fortbestand eines jeden Vereins akut gefährdet. Das ist nicht immer jedem Vereinsmitglied bewußt, dominieren doch mehr denn je, gerade bei den Jüngeren Probleme aus dem Arbeits- und Familienleben.

Das Erholungsgrundstück jedoch ist Ausgleich in einem angestrengten Arbeitsleben und Hort der Freude für die ganze Familie. Dies gilt es zu erhalten, und darum brauchen wir auch in Zukunft lebendige Vereine und aktive Vorstände.

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