Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Differenzierte Situation

Kleingartenkongreß in Hamburg: Widerspruch von Gesetzeslage und Realität


Zum 11. Mai hatte die Stadt Hamburg aus Anlaß des 100jährigen Bestehns des Hamburgischen Kleingartenwesens zu einem bundesweiten Kleingartenkongreß eingeladen, der sich nach dem Wunsch der Veranstalter mit der Zukunft des Kleingartens in Deutschland befassen sollte.

Der Kongreß, über den in der nächsten Ausgabe des VDGN- Verbandsjournals ausführlicher zu berichten sein wird, hat die stark differenzierte Situation im Kleingartenwesen in Deutschland sichtbar werden lassen, z.B. zwischen Bayern einerseits und Nordrhein-Westfalem (NRW), Hamburg, Berlin und den neuen Ländern andererseits. Interessant waren auch Beispiele von mehr oder weniger großzügig geprägten Entwicklungen des internationalen Kleingartenwesens am Beispiel der Städte Wien und Zürich.

Die Beiträge auf dem Kongreß haben die unterschiedlichen Entwicklungen und Standpunkte von Kommunen und Verbänden in Deutschland deutlich hervortreten lassen. Auf der einen Seite von konservativem Gedankengut geprägte Beiträge am Beispiel des Kommunalvertreters der Stadt Regensburg oder den des BDG -Präsidenten , die sich jedem Gedanken einer Modernisierung des Kleingartenwesens, geschweige denn einer für den Kleingärtner größzügigeren Auslegung und Handhabung des Gesetzes , verschließen.

Auf der anderen Seite gab es eine Reihe von Beiträgen , u.a. aus Berlin und
NRW, die sich durchaus des Widerspruchs zwischen dem Bundeskleingartengesetz und seiner Auslegung durch Kommentatoren und Gerichte einerseits und der Realität einer Mehrzahl der Kleingartenanlagen in vielen Bundesländern bewußt sind und nach Wegen zur Lösung dieser Probleme suchen.

Im Mittelpunkt der Beiträge und auch der Diskussion standen Fragen der Größe und der Ausstattung der Lauben z. B. auch die Legalisierung eines Strom- und Wasseranschlusses in den Lauben und einer ökologischen Abwasserbehandlung.

Der Kongreß hat erneut den gesetzgeberischen Handlungsbedarf hervortreten lassen, um das Kleingartenwesen tatsächlich zu modernisieren und sein beträchtliches sozial-ökologisches Potential für eine moderne Stadtentwicklung zu erschließen.

Die vom BDG- Präsidenten auf dem Kleingartenkongreß vertretene Ansicht, daß im Gefolge der demographischen Entwicklung ein Drittel der Kleingärten in den neuen Ländern „zurückgebaut“, und damit eliminiert werden sollte, hat das VDGN- Präsidium entschieden zurückgewiesen und den Erhalt des vorhandenen Kleingartenbestandes gefordert.

Am Kleingartenkongreß in Hamburg haben seitens des VDGN teilgenommen: Hans-Joachim Hauck, 1. Vorsitzender des Interessenverbandes der Kleingärtner Hamburg e.V., Dr. Michael Jagielski, Vizepräsident für Kleingartenwesen des VDGN, Dr. Klaus-Joachim Henkel, 1. Vizepräsident des VDGN.

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