Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Kein Rückbau von Lauben!

Protestresolution gegen Vorgehen gegen Kleingärtner in Berlin-Charlottenburg

Mit einer Protestresolution haben sich das VDGN-Präsidium und die Bundesarbeitsgemeinschaft für ein modernes Kleingartenwesen an die Öffentlichkeit gewandt. Sie hat folgenden Wortlaut:

Wie wir aus einer Fernsehreportage des ZDF erfuhren, sind Kleingärtnerinnen und Kleingärtner der Anlage „Jungfernheide“ in Berlin-Charlottenburg mit der Forderung konfrontiert, ihre Lauben auf eine Größe von 24 Quadratmetern zurückzubauen. Anderenfalls sollen sie bis zu 15.000 Euro auf ein Hinterlegungskonto für einen späteren Rückbau einzahlen. Als Berufungsgrundlage dafür sollen die Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes herhalten.

Dieses Vorgehen erfüllt uns mit größter Empörung. Bei den Betroffenen handelt es sich nach unserer Kenntnis zu einem großen Teil um ältere Menschen, deren Lauben in der Nachkriegszeit entstanden sind, als in Berlin aufgrund der Kriegsschäden Wohnraum sehr knapp war. Wenn Behörden heute behaupten, diese Lauben mit einer Grundfläche von mehr als 24 Quadratmetern seien ohne entsprechende Genehmigung errichtet worden und müßten deshalb zurückgebaut werden, müssen das die Betroffenen geradezu als Verhöhnung betrachten - zusätzlich zur finanziellen Belastung, die für viele kaum zu tragen ist.

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) und die Bundesarbeitsgemeinschaft für ein modernes Kleingartenwesen stehen fest an der Seite der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in Berlin-Charlottenburg und aller anderen, die von ähnlichen Forderungen betroffen werden.
Wir fordern vom Berliner Abgeordnetenhaus und von den Berliner Stadtbezirksverordnetenversammlungen, daß sie endlich tragfähige Grundlagen für eine gedeihliche Entwicklung und vorbildhafte Entwicklung eines modernen Kleingartenwesens in der Bundeshauptstadt schaffen, Bestandssicherheit aller Kleingartenanlagen gewährleisten, die Umwandlung von Kleingartenanlagen in Erholungsgrundstücksanlagen stoppen, die Kleingärtner finanziell entlasten und durchgängig familienfreundliche Bedingungen in den Kleingartenanlagen fördern.

Wir fordern das Berliner Abgeordnetenhaus und den Berliner Senat auf, sich für eine unverzügliche Novellierung des Bundeskleingartengesetzes einzusetzen, um einem neuen, zeitgemäßen ökologisch-sozialem Leitgedanken der gesellschaftlichen Förderung des Kleingartenwesens Raum zu geben.

Berlin, Krefeld am 18. August 2006

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