Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Höhere Kosten trotz Sparanstrengung

Zu Ergebnissen der VDGN-Umfrage über die Betriebskostenentwicklung 2005

Auch unsere diesjährige Umfrage zur Betriebskosten-Entwicklung 2005 in Ein- und Zwei-Familien-Haushalten unserer Mitglieder hatte wieder eine gute Resonanz. Über 300 Mitglieder stellten uns ihre Daten zur Verfügung. Dafür allen Beteiligten recht herzlichen Dank. 

Erstmals hatten wir neben den bekannten Schwerpunkten der Kostenentwicklung auch nach der Entwicklung der Energieverbräuche in den Haushalten gefragt. Hier das interessante Ergebnis aus den Umfrage-Rückläufen:

• 81 Prozent der Haushalte betreiben Erdgasheizungen.

• 16 Prozent der Haushalte heizen mit Heizöl

• 3 Prozent der Haushalte heizen mit Flüssiggas. Nur noch ganz vereinzelt wird mit festen Brennstoffen geheizt

Haushalte mit Erdgasheizung haben eine durchschnittliche Wohnfläche von 108 m² und sind überwiegend Zwei-Personen-Haushalte (durchschnittliche Personenzahl 2,2).

Der Erdgasverbrauch betrug im Jahr 2004 im Durchschnitt 22.835 kWh und ist im Jahr 2005 auf 21.806 kWh und also auf 95,5 Prozent zurückgegangen. Damit betrug im Jahr 2005 der spezifische Erdgasverbrauch 9.888 kWh/Person oder 201,4 kWh/m² Wohnfläche.

Haushalte mit Heizölfeuerung hatten im Jahr 2004 einen Durchschnittsverbrauch von 2.596 Litern, der im Jahr 2005 im wesentlichen gleich geblieben ist. Die durchschnittliche Wohnfläche dieser Haushalte beträgt 108 m² und ist gleich groß wie bei den Erdgasverbrauchern.

Mit 2,4 Personen pro Haushalt ist die Haushaltsgröße gegenüber den Erdgas verbrauchenden Haushalten leicht höher. Der spezifische Heizölverbrauch pro Jahr betrug 1.098 Liter/Person bzw. 24,0 Liter pro m² Wohnfläche.

Die Auswertung der Angaben zu den Betriebskosten zeigt auch für das Jahr 2005 eine deutlich steigende Tendenz. Bei den Befragten in Berlin stiegen sie um 5,3 Prozent auf durchschnittlich 2979 Euro, bei den Befragten in den anderen Bundesländern um 10,8 Prozent auf 2877 Euro im Durchschnitt.

Schwerpunkt in den Betriebskosten waren auch im Jahre 2005 die Energiekosten, wobei der gegenüber 2004 rückläufige Erdgasverbrauch je Haushalt vorwiegend auf energische Einsparmaßnahmen unserer Mitglieder zurückgeführt werden kann.

Da das Verbraucherverhalten deutlich kostenbewußter geworden ist, die Betriebskosten dennoch steigen, kann man von einer durchschnittlichen Preissteigerung im Jahr 2005 von ca. 8 Prozent ausgehen, bei Erdgas 6 Prozent, bei Heizöl 34 Prozent und bei Hausmüllentsorgung 16 Prozent.

Auch die Kosten für Wasser, Abwasser und Elektroenergie lassen den Schluß zu, daß trotz kostenbewußtem Verbraucherverhalten erhebliche Preiserhöhungen umgesetzt wurden. Hier gibt es aber auch regional erhebliche Unterschiede infolge sehr unterschiedlicher Satzungen der Versorgerverbände.

Gravierend sind die Preissteigerungen der Hausmüllentsorgung in Berlin. Hier ist bemerkenswert, daß im Unterschied zu anderen Bundesländern die Müllvermeidung eher bestraft als honoriert wird. Als bürgerfreundlich kann dagegen die Praxis der kostenbewußten Entsorgung bei einigen Zweckverbänden in Brandenburg bezeichnet werden.

Die Einkommensentwicklung setzt ihren negativen Trend weiter fort, obwohl eine nicht unerhebliche Anzahl von Mitgliedern Zusatzeinkommen durch Nebentätigkeiten erzielt. Erkennbar wurde auch, daß in vielen Rentnerhaushalten das verfügbare Haushaltseinkommen schrumpft.

Unter dem Strich kann man aus den Daten ablesen, daß es bezogen auf einen durchschnittlichen Haushalt zu einem Kaufkraftschwund im Jahre 2005 gegenüber 2004 von ca. 10 Prozent gekommen ist. Darin sind noch nicht die stark gestiegenen Kosten der Mobilität der Bürger, d.h. für Kraftstoffe und den Personennahverkehr enthalten.

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