Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Starker Verein, starke Interessenvertretung

Fragen an Werner Gehlich, Garagenverein in der Hansestadt Rostock e. V

Werner Gehlich ist Vorsitzender des Garagenvereins in der Hansestadt Rostock e. V und Mitglied des VDGN-Präsidiums. Mit 6500 Mitgliedern ist der Rostocker Verein der größte Garagenverein in Ostdeutschland .

Herr Gehlich, worin sehen Sie das Hauptanliegen Ihres Vereins und inwieweit kann ihr Verein dem heute noch gerecht werden?

Unser Verein wurde 1960 als Garagengenossenschaft gegründet und wird seit dieser Zeit – seit 1991 als eingetragener Verein – von den Mitgliedern getragen. Das Hauptanliegen des Vereins ist die Sicherung des Garageneigentums der Mitglieder, eine möglichst niedrige finanzielle Belastung der Mitglieder, Pflege der Garagenstandorte im Interesse aller Mitglieder, Sicherung der satzungsgemäßen Nutzung der Garagen und damit das vertrauensvolle Zusammenwirken der Mitglieder auf den Garagenstandorten.

Die Verantwortung unseres Vereins ist in der Abwendung der Auswirkungen des Schuldrechtsanpassungsgesetzes und der ständig geforderten Pachterhöhungen der Verpächter bedeutend gestiegen.

Garagenstandorte sind kündbar, ab 1. Januar 2007 auch ohne Zeitwertentschädigung. Hat da der Zusammenschluß zu einem Garagenverein für den einzelnen Garageneigentümer überhaupt noch Sinn?

Der Zusammenschluß zu einem starken Verein ist unseres Erachtens bald die einzige Möglichkeit, der Kündigung durch den Grundstückseigentümer zu begegnen. Wichtig hierbei ist sicherlich, daß der Garagenverein langfristige Pachtverträge mit dem Verpächter schließt und in diesen das Eigentum der Mitglieder vertraglich gesichert wird. Den Vereinsmitgliedern wird im Rahmen der Mitgliedschaft der Boden für die Garage und die Zufahrt zu dieser zur Verfügung gestellt. Im „Schutz“ des von uns geschlossenen Pachtvertrages kann der einzelne sein Eigentum verkaufen, verschenken oder vererben. Der Pachtvertrag wird davon nicht berührt.

Ihr Verein ist zugleich Verwalter etlicher großer Garagenstandorte. Wie kommen Sie mit dem Spagat zurecht, verlängerter Arm des Grundstückseigentümers und zugleich Interessenvertreter ihrer Vereinsmitglieder zu sein?

In den Pachtverträgen sind Rechte und Pflichten der Verpächter und des Pächters festgelegt. Im Rahmen dieser Grenzen vertreten wir die Interessen unserer Vereinsmitglieder.

In Zukunft wird sicher mit der Umbewertung einiger Garagenstandorte zu rechnen sein. Wohngebietsferne, demographischer Wandel etc. werden möglicherweise zu Leerstand und zur Schließung von Garagenstandorten führen. Inwieweit haben Sie mit derartigen Problemen zu tun und wie gehen Sie damit um?

Seit Anfang der 90er Jahre haben wir einen sehr großen Betrag aus dem Beitragsaufkommen dazu verwendet, die Garagenstandorte zu modernisieren und zu verschönern. Dazu gehören die Befestigung der Fahrgassen, die Entwässerung, die Sicherung der Stromversorgung, die Beleuchtung der Fahrgassen, die Einzäunung der Standorte zur Erhöhung der Sicherheit, die farbliche Gestaltung der Standorte, Rasenmahd und Grünschnitt. Dadurch verbesserte sich der Gesamteindruck der Standorte und die Nachfrage nach Garagen. Leerstand ist noch kein Problem. Es gibt aber einen Beschluß der Delegierten, daß bei Leerstand durch den letzten Eigentümer die Garage abzureißen bzw. bei Reihengaragen ein entsprechender Betrag für einen späteren Abriß zu hinterlegen ist.

Für die längerfristig nachgefragten und auch städtebaulich sanktionierten Garagenstandorte bedarf es auch einer langfristig stabilen Vertragssituation. Haben Sie das schon erreicht?

Wir haben bereits 1997 damit begonnen, unter Berücksichtigung des Schuldrechtsanpassungsgesetzes langfristige Verträge abzuschließen.

Ihr Verein mit 6.500 Mitgliedern ist so groß, daß er auch allein zurecht kommen könnte. Weshalb sind Sie nun Mitglied des VDGN geworden und was bringt Ihnen das?

Durch die Mitgliedschaft im VDGN konnten wir viele Informationen für unsere Vorstandsarbeit gewinnen und die Erfahrungen der mit dem VDGN verbundenen Fachkräfte nutzen.

Zum Schluß: Haben Sie aus Ihrer langjährigen Erfahrung noch einen Rat an die anderen Garagenvereine und auch an jene Garageneigentümer, die sich noch nicht zu einem Garagenverein zusammenfinden konnten?

Wir sind der Meinung, daß eine gute Interessenvertretung des einzelnen Garageneigentümers nur durch einen starken Verein möglich ist. Der Vorstand eines Vereins hat die Vollmacht, die Verpflichtung und gegebenenfalls die finanziellen Möglichkeiten, Schaden abzuwenden und den Bestand der Garagenstandorte auch für die Zukunft zu sichern. Zum Beispiel sind aus diesem Grund in den letzten Jahren Garageneigentümer einiger Standorte geschlossen in unserem Verein Mitglied geworden.


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