Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Schlapp hat den Hut verloren

Weil sich Landeseinrichtungen in Berlin nicht einig sind, mußte die VMEG-Delegiertenversammlung verlegt werden

Ursprünglich sollte die Delegiertenversammlung des VMEG im Dezember stattfinden. Sie mußte aber auf den 14. Januar verlegt werden. Der Grund dafür: Trotz rechtzeitiger Anmeldung für den traditionellen Veranstaltungsort, den Audimax der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Berlin (FHVR), mußte die Hochschule kurzfristig den Termin absagen. Eine adäquate Ausweichlösung war so schnell nicht zu finden, so daß dem VMEG nur eine Terminverschiebung und eine Verlegung des Veranstaltungsortes übrig blieb.

Die Hochschule selbst, so ergaben unsere Recherchen, trifft daran die geringste Schuld. Sie zog ihre ursprüngliche Zusage mit der Begründung zurück, es stehe an Sonnabenden kein Hausmeister zur Verfügung, der den Saal aufschließen könne. Und das kommt so: Die staatliche Immobilie wird verwaltet von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), welche das Gebäude an die FHVR nur vermietet hat. Eine Weitervermietung ist im Mietvertrag nicht vorgesehen und damit die personelle Betreuung und die Haftungsfrage ungeklärt. Bisher war eine Vermietung an Vereine wie den VMEG jedoch irgendwie geduldet worden. Eigene Hausmeister hat die Hochschule bei alledem nicht. Sie werden vom Landesbetrieb für Gebäudebewirtschaftung (LfG) gestellt, der hier als dritte Organisation ins Spiel kommt.

Eine Vermietung am Wochenende würde zwar zusätzliche Einnahmen bringen, doch „diese Gelder streicht sich die BIM ein“, so sagte uns Herr Altrock vom LfG. Deshalb sei es verständlich, daß man keinen Hausmeister zusätzlich am Sonnabend beschäftige. Herr Salinger von der BIM spielte den Ball wiederum zurück und forderte die Bereitschaft des LfG, auch an Sonnabenden zu arbeiten. Er zeigte sich verärgert über die Unflexibilität der LfG und drohte, ab Januar den Gebäudeservice neu auszuschreiben. Auch der Rektor der FHVR, Prof. Dr. Heinrich äußerte seinen Unmut über die Situation, entgingen seiner Hochschule durch dieses „Rumschieben von Verantwortung“ doch erhebliche Zusatzeinnahmen.

Im Zuge der Verwaltungsreform wurde Wettbewerb zwischen den Behörden geschaffen. Es ist gewollt, daß jede Einheit versucht, Gewinne zu erzielen. Nicht verständlich ist aber, warum Landeseinrichtungen miteinander „Schlapp hat den Hut verloren“ spielen, eine Fachhochschule keine eigenen Hausmeister beschäftigen darf, drei Vertragspartner nicht in der Lage sind, ihren Leistungskatalog mit gegenseitigen Preisen auszuhandeln – mit dem Ergebnis, daß der öffentlichen Hand schlicht und einfach Geld verloren geht.. Wir empfehlen den drei Landeseinrichtungen, sich an einen Tisch zu setzen und ihre Verträge nachzuverhandeln. Die Schlichtungsstelle des VDGN bietet gerne an, die Runde zu moderieren.

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