Verband Deutscher Grundstücksnutzer

26.05.2014

Wo bleibt in Berlin der Sprengwassertarif?

Um den Wasserverbrauch anzukurbeln, müssen weitere Preissenkungen her

Medienberichte stellen dieser Tage einen Zusammenhang her zwischen dem rapide gesunkenen Wasserverbrauch in Deutschland und den Problemen von Wasserversorgern in zahlreichen Kommunen, ihre Abwasserrohre geruchsfrei zu halten. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Der VDGN argumentiert seit langem, daß die Einsparung von Wasser in den meisten Regionen Deutschlands unsinnig ist. Denn oft ist das Wasser im Überfluß vorhanden. Doch die Menschen sparen beim Wasser vor allem auch, weil die Preise für das Wasser und das Abwasser zu hoch sind und sie sich einen Mehrverbrauch nicht leisten können. Auch deshalb muß das Wasser als Lebensmittel Nummer eins jeglichem Gewinnstreben entzogen und alles dafür getan werden, es mit möglichst geringem Kostenaufwand bereitzustellen.

Besonders deutlich ist der Zusammenhang in Berlin geworden, wo der Wasserverbrauch seit 1990 ungeheuer stark gesunken ist und die Wasserbetriebe in warmen Sommern deshalb die Kanalisation mit Frischwasser durchspülen müssen. Zugleich steigt der Spiegel des Grundwassers auf für viele Gebäude bedrohliche Höhen. Als Folge eines erfolgreichen Volksentscheids hat die deutsche Hauptstadt ihre Wasserversorgung zwar rekommunalisiert und als Alleineigentümerin der Wasserbetriebe einen Gewinnverzicht erklärt. Doch reicht die bisherigen Senkung des Preises für das Frischwasser nicht aus, um einen höheren Verbrauch zu stimulieren. Radikal gesenkt werden, und zwar für einen Zwei-Personen-Haushalt um etwa 100 Euro pro Jahr, muß der Preis für das Abwasser. Außerdem sollte in Berlin endlich ein günstiger Sprengwassertarif eingerichtet werden. Das könnte den Wasserverbrauch noch einmal erheblich ankurbeln, weil viele Menschen in der warmen Jahreszeit nicht nur ihren eigenen Garten, sondern auch das durstige städtische Grün mit Wasser bedenken würden.