Verband Deutscher Grundstücksnutzer

05.12.2012

Berlin Senatsbeamte ignorieren Problem steigenden Grundwassers

VDGN wendet sich mit Forderungen an Fraktionen des Abgeordnetenhauses

In Berlin hat der "Runde Tisch" Grundwasser seine Arbeit beendet. Zu den Ergebnissen des Gremiums, in dem Vertreter von Verwaltungen und Betroffene steigender Wasserstände zusammenkamen, erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Im Grunde war es eine Luftnummer. Den Vertretern der Verwaltung, angeführt von Staatssekretär Christian Gäbler aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, war es von Beginn an nicht um die Lösung der Probleme gegangen, sondern um das Verteilen von Beruhigungspillen, genannt auch "Mediation". Es hat sich somit nichts zum Guten verändert. Im Gegenteil: Neue Studien zeigen, daß große Teile der Gebäude im Berliner Urstromtal von steigendem Grundwasser bedroht sind, während es in anderen Teilen der Stadt außerdem starke Probleme mit Schichtenwasser gibt, das in die Fundamente und Kellerräume eindringt.

Die Senatsbeamten unter der Führung Gäblers aber weigern sich, siedlungsverträgliche Wasserstände als staatliche Aufgabe zu begreifen. Dabei ist doch vollkommen klar, daß die zunehmenden Probleme nicht von den Eigentümern der Gebäude gelöst werden können, es vielmehr umfassender regulierender Maßnahmen bedarf.

Wir haben uns deshalb erneut mit einem Schreiben an die Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses gewandt. Darin unterstreichen wir unsere Forderung, die Garantie siedlungsverträglicher Wasserstände in der Berliner Landesverfassung zu verankern. Außerdem schlagen wir einen Katalog von Maßnahmen vor, der von direkter Hilfe für die Betroffenen bis hin zur Einführung eines berlinweiten  Wassermangements reicht. Die Abgeordneten sollten sich nicht von der Zahl jener 1,9 bis 4,5 Milliarden Euro irritieren lassen, die nach Angaben des beim Senat verantwortlichen Beamten in den nächsten 50 Jahren ausgegeben werden müssen, um siedlungsverträgliche Wasserstände zu sichern. Die Schäden fallen mit Sicherheit um ein Vielfaches höher aus, wenn das Problem nicht unverzüglich angepackt wird.

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