Verband Deutscher Grundstücksnutzer

01.06.2015

Mogelei beim Berliner Grundwasser

Auch bei Anhörung im Abgeordnetenhaus lagen keine realistischen Zahlen über Schäden auf dem Tisch

In einer Anhörung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt des Berliner Abgeordnetenhauses zum Abschlußbericht des „Runden Tisches Grundwassermanagement“  am 27. Mai 2015 haben die im Landesparlament vertretenen Fraktionen übereinstimmend kritisiert, daß der Berliner Senat keine realistischen Angaben über die tatsächlich von steigendem Grundwasser geschädigten Gebäude vorgelegt hat. Dazu der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm, der zu den Angehörten im Ausschuß gehörte:

„Im Abschlußbericht ist von lediglich 1.190 Gebäuden mit Kellervernässungen die Rede. Das ist gänzlich unrealistisch und läßt sich leicht widerlegen. Denn der Senat hat auf eine Reihe Kleiner Anfragen im Abgeordnetenhaus zwischen 2013 und 2015 insgesamt schon 1228 geschädigte Gebäude aufgelistet, die dem Land Berlin oder kommunalen Wohnungsbaugesellschaften gehören. Dabei wurde noch kein einziges privates Eigenheim oder Gebäude privater Vermieter bzw. Gewerbetreibende erfaßt.

Das kann man nur Mogelei nennen. Das Ausmaß der Probleme wird bewußt verschleiert und die Dringlichkeit eines wirklichen Grundwassermanagements negiert. Die Steuerzahler kostet dieses Herangehen schon heute Millionen Euro, in Zukunft werden es Milliarden sein. Dabei sind die Probleme ja mit den Händen zu greifen, wenn man an die Kostenexplosion bei der Staatsoper wegen der Grundwasserprobleme, die  24 Millionen teure Abdichtung des Bundesratsgebäudes  oder die 100 Millionen Euro Mehrkosten denkt, die Grundwasserprobleme beim Bau der U-Bahn-Linie 5 kosten.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt will das Problem ganz offensichtlich aussitzen. Das zeigt schon die Zeitspanne von 25 Monaten, vom Entwurf des Abschlußberichts im April 2013 bis zur endlich möglichen Anhörung im Ausschuß. Der VDGN stimmt ausdrücklich jenen Abgeordneten zu, die in Anhörung betonten: Der Runde Tisch Grundwassermanagement ist hiermit nicht beendet.“