Verband Deutscher Grundstücksnutzer

12.12.2012

VDGN stellt Strafanzeige gegen Chefs der Bochumer Stadtwerke

Verschwendung beim „Atriumtalk“ muß strafrechtlich verfolgt werden

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) hat Strafanzeige gegen die Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum gestellt. Der Grund dafür sind die aus Sicht des VDGN weit überzogenen Ausgaben für die Veranstaltungsreihe „Atriumtalk“. Für  nur neun Veranstaltungen wurden hier 793.385 Euro ausgegeben, bei Honoraren von bis zu 25.000 Euro, die Talkgäste für einen Auftritt erhielten.

VDGN-Präsident Peter Ohm: „Wir sehen hier den Tatbestand der Untreue erfüllt. Die Ausgaben für den ´Atriumtalk´ sind nach unserer Auffassung nicht nur unangemessen hoch, sondern sie haben vor allem grundsätzlich nichts mit dem Gegenstand des Unternehmens Stadtwerke Bochum zu tun. Der nämlich besteht darin, eine kostengünstige Versorgung der Bochumer Bürger mit Strom, Erdgas, Wasser und Fernwärme zu sichern.  Letztlich werden aber die Ausgaben für den `Atriumtalk´ auf die Preise für die Produkte der Stadtwerke umgelegt. Sie müssen also von den Bürgern getragen werden.

Nach dem Geschäftsbericht der Stadtwerke aus dem Jahre 2011 bestehen erhebliche Zweifel daran, ob die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Stadtwerke die genannten Ausgaben rechtfertigt. So reicht laut dem Bericht der aus der laufenden Geschäftstätigkeit  erwirtschaftete Cashflow nicht aus, um Investitionen und Gewinnabführung zu finanzieren. Vielmehr mußten dafür 2011 Kredite in Höhe von 45 Millionen Euro aufgenommen werden. Bei Gesamtschulden von 378.183 Euro hatten es die Stadtwerke per 31. Dezember 2011 allein mit kurzfristigen Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr von 76.294 Euro zu tun. Die Gewinnabführung an die Stadt Bochum als Mehrheitseigentümerin der Stadtwerke sank von 32,5 Millionen auf 29, 5 Millionen Euro.

Angesichts der angespannten Haushaltssituation braucht die Stadt Bochum jeden Cent. Angesichts der düsteren Perspektive für Opel und seine Zulieferer in Bochum brauchen die Bürger finanzielle Entlastung statt weiterer Preiserhöhung, wie er beim Strom angekündigt ist. Da kann es nicht an angehen, wenn eine Geschäftsführung aus Gründen der Selbstdarstellung mit beiden Händen Geld zum Fenster hinauswirft.“

Die Strafanzeige wurde bei der Staatsanwaltschaft Bochum eingereicht.