Verband Deutscher Grundstücksnutzer

23.09.2011

Stromautobahnen? VDGN fordert verbrauchsnahe Produktion von Ökostrom

Lasten der „Energiewende“ regional gerecht verteilen, Grundstückseigentümer für Wertverluste entschädigen!

 Laut Medienberichten planen die Betreiber der Elektroenergie-Netze drei „Stromautobahnen“ quer durch die Bundesrepublik, mit denen der größtenteils in Nord- und Ostdeutschland produzierte Windstrom in den Süden und Westen transportiert werden soll. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Die Produktion von Strom aus Windkraft und der Bau von Stromleitungen stellen schon heute eine beträchtliche Belastung für eine große Zahl von Menschen in den ostdeutschen Bundesländern sowie in Schleswig-Holstein und Niedersachsen dar – von der Landschaftszerstörung ganz zu schweigen. Besonders betroffen sind Menschen, die auf ihren Eigentumsgrundstücken wohnen. Sie erleiden durch Windparks und Freileitungen in der Nähe enorme Einbußen an Lebensqualität. Zugleich verlieren ihre Grundstücke stark an Wert, werden oftmals sogar unverkäuflich.

Die beschworene „Energiewende“ in Deutschland darf nicht so aussehen, daß die Bewohner der genannten Regionen diese negativen Konsequenzen exklusiv tragen müssen. Vielmehr ist eine gerechte Verteilung der Lasten anzustreben. Vor allem ist eine verbrauchsnahe Produktion des Stromes anzustreben. Das heißt: Windparks in großem Stil müssen auch auf den Höhen der Schwäbischen Alb errichtet werden und nicht nur in der Uckermark oder der Börde. Die Planung von Stromautobahnen aber verfestigt nur den jetzigen Trend, Ost- und Norddeutschland allein alle Lasten aufzubürden. Dagegen wird sich Widerstand regen.

Zugleich tritt der VDGN dafür ein, betroffene Eigentümer für den Wertverlust ihrer Grundstücke zu entschädigen. Dafür sollte gesetzlich die Zahlung von Ausgleichsbeträgen für den Wertverlust aufgrund des staatlich sanktionierten Baus und Betriebs von Anlagen zur Erzeugung und zum Transport von Energie verankert werden. Die Wertentwicklung kann dabei mit Gutachten festgestellt werden. Die Mittel dafür sollte der Staat bei den Betreibern von Windkraftanlagen und Energienetzen eintreiben, ohne daß dies auf den Strompreis aufgeschlagen wird.