Verband Deutscher Grundstücksnutzer

12.09.2014

Schönefeld: Soll Südbahn ohne Schallschutz in Betrieb gehen?

VDGN-Präsident Peter Ohm: Politisch Verantwortliche nehmen das Problem nicht ernst

Ende März 2015 sollen auf der neuen Südbahn des Großflughafens Schönefeld schon die ersten Flugzeuge starten und landen. Doch erst 1600 von 4300 Betroffenen haben von der Flughafengesellschaft Bescheid auf ihren Antrag für Schallschutz bekommen. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Den laut Planfeststellungsbeschluß notwendigen Schallschutz für die Betroffenen der Südbahn zu schaffen, ist offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst wenn alle Betroffenen dieser Tage von der Flughafengesellschaft entsprechende Post bekämen – es stehen nicht genügend Fachfirmen zur Verfügung, um die Schallschutzmaßnahmen in der kurzen verbleibenden Zeit zu realisieren.  Außerdem sind nach unseren Erfahrungen viele der Anspruchsermittlungen durch die Flughafengesellschaft fehlerhaft und schlicht von dem Bemühen geleitet, die Menschen mit Billigschallschutz abzuspeisen.

Die Vorgänge um die Südbahn stehen als Teil fürs Ganze. Es ist nicht absehbar, daß es eine Eröffnung des BER-Flughafens geben wird, bei der die Schallschutzvorgaben erfüllt sind. Seit Jahren arbeitet die Flughafengesellschaft in Sachen Schallschutz mit den Mitteln des Tricksens und Täuschens. Die politisch Verantwortlichen in Berlin, Brandenburg und im Bund tolerieren das und nehmen das Problem bis heute nicht wirklich ernst. Und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: Schönefeld soll auf Biegen und Brechen in Betrieb genommen werden, ohne daß den Anwohnern der ihnen zustehende Schutz vor krankmachendem Fluglärm gewährt worden ist.