Verband Deutscher Grundstücksnutzer

12.07.2011

Hat der Osten weniger Schutz verdient?

Fluglärm Schönefeld: Neue Berechnungen belegen - Süd-Osten am stärksten betroffen

Jüngste Berechnungen zu den Flugrouten vom zukünftigen Flughafen BER in Schönefeld belegen, daß der Süd-Osten Berlins das am stärksten von Fluglärm betroffene Gebiet sein wird. Peter Ohm, Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), stellt dazu fest:

Die Bewohner im Süd-Osten müssen sich nun endgültig als Menschen zweiter Klasse fühlen. Nach jüngsten Berechnungen werden bei den derzeit von der Flughafengesellschaft konzipierten 240.000 Flugbewegungen im Jahr allein bei Abflügen von der Nordbahn Bohnsdorf mit 66.000, Schulzendorf mit 56.000, Müggelheim, Rahnsdorf, Hessenwinkel und Erkner mit 55.500 Überflügen pro Jahr betroffen sein. Dies ist eine Verlärmung der Region ungeheuren Ausmaßes.

Allein für Bohnsdorf bedeutet das die unglaubliche Anzahl von 181 Flügen am Tag, 10 Flugzeuge pro Stunde, die über die Dächer der Wohnhäuser donnern. Das ist keinem zuzumuten Und dabei sind die Anflüge noch nicht dabei. Dazu kommt, daß mit dem beabsichtigtem Überflug des Müggelsees von 122 Maschinen pro Tag im Zeitraum von 130 Tagen im Jahr, ein Naherholungsgebiet, in dem rund 100.000 Menschen leben und in dem weitere eine Million Touristen im Jahr Ruhe und Entspannung suchen, faktisch entwertet wird.

Der VDGN protestiert energisch gegen die flächendeckende Verlärmung des Süd-Ostens mit seinen wichtigen Naturschutzgebieten und fordert die Menschen auf, sich dagegen massiv zu wehren. Vor allem die Politik hat den Bürgern im Süden einen Flugplatz direkt vor die Nase gesetzt, wohlwissend daß dieser Standort eine teils erhebliche und krankmachende Verlärmung von Berliner und Brandenburger Gebieten mit sich bringt. Wer das eine, den Flughafen will, der muß auch konsequent für den Schutz der gesamten Bevölkerung sorgen.

Der VDGN fordert, nun endlich die Flugrouten so zu gestalten, daß so wenige Bewohner wie möglich von Fluglärm betroffen sind. Es muß Schluß sein mit dem unwürdigen Gezerre. Jetzt sollte sich die Politik für den Süd-Osten so einsetzen, wie sie es auch für die Bürger in Berlin-Lichtenrade und Umgebung getan hat. Es ist höchste Zeit beim Planen der Routen vor allem an die betroffenen Menschen zu denken, anstatt sich von den finanziellen Wünschen von Flughafen und Airlines treiben zu lassen.