Verband Deutscher Grundstücksnutzer

16.08.2011

Die Zeche zahlen die Berliner

VDGN kritisiert zynische Verteidigung hoher Mangagergehälter bei landeseigenen Betrieben

Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum hat die hohen und kräftig gestiegenen Gehälter der Chefs der landeseigenen Betrieb in der Hauptstadt verteidigt. Dazu erklärt der Vizepräsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Eckhart Beleites:

Nußbaums Argument, Berlins landeseigene Betriebe müßten „wettbewerbsfähige Gehälter“ zahlen, weil das Land von den Top-Managern „ein sehr gutes Management“ erwarte, klingt in den Ohren von Berlinerinnen und Berlinern mit Bodenhaftung recht zynisch. Denn die Mehrheit der Menschen in dieser Stadt zahlt für das angeblich sehr gute Management mit gestiegenen Mieten, Gebühren und Abgaben. Zur Erinnerung: Berlin ist Deutschlands Metropole mit dem höchsten Wasserpreis. Berlin ist nicht in der Lage, den größeren Teil eingesammelter Wertstoffe zu recyceln, sondern führt ihn der Verbrennung zu. Berlin ist zwei Winter hintereinander nicht in der Lage gewesen, das Schneechaos im öffentlichen Raum zu bändigen. Berlin ist inzwischen bei den Richtern des Europäische Gerichtshofs für Menschenrechte bekannt wegen der Mißstände in mehrheitlich landeseigenen Pflegeheimen.

Der Finanzsenator argumentiert nach der Logik, ein hohes Gehalt sei Ausweis einer guten Leistung. Das ist aber so als unterstelle man, ein hohes Amt sei per se der Ausweis von Verstand. Es kann überhaupt nicht schaden, wenn sich Berlin auf die preußische Tugend der Sparsamkeit besinnt. Denn bezahlen müssen das Wohlleben an der Spitze der landeseigenen Betriebe die Berlinerinnen und Berliner.