Verband Deutscher Grundstücksnutzer

13.03.2014

Berlin fährt Altglas-Recycling herunter

Glascontainer in Wohnanlagen von Ostbezirken sollen 2014 keinesfalls und höchstwahrscheinlich niemals wiederkommen

In den  Berliner  Stadtbezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick bleibt es auf absehbare Zeit dabei, daß es keine Altglascontainer in den Innenhöfen von Wohnanlagen mehr gibt. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Antwort des Berliner Umweltstaatssekretärs Christian Gaebler auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Silke Gebel im Berliner Abgeordnetenhaus hervor. Silke Gebel hatte darin nach den Ergebnisssen der „Arbeitsgruppe Glas“ gefragt, die Ende 2012 aus Vertretern der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, des Dualen Systems Deutschland (DSD) sowie Unternehmen der Abfallwirtschaft gebildet worden war und inzwischen ihre Tätigkeit wieder eingestellt hat.

Laut der Antwort Gaeblers seien bei der „Neugestaltung des Erfassungssystems“ u.a folgende Grundsätze zu beachten:

-          „Im Umkreis von ca. 300 m um einen Depotcontainerstellplatz herum wird auf ein Holsystem zur Glaserfassung (bei privaten Haushalten) verzichtet.“

-          „Im frei zugänglichen Verkehrsraum darf es keine Zweifarb-Erfassung in Umleerbehältern geben, nur Dreifarberfassung mit Depotcontainern.“

Außerdem informiert Gaebler, daß sich die Senatsverwaltung und das DSD auf einen Sachverständigen geeinigt hätten, der das „neue Erfassungskonzept“ über das ganze Jahr 2014 begleitet. Im Januar 2015 solle es dann ein Gutachten geben, in dem die Maßnahmen im Hinblick auf ihren Beitrag zur Verbesserung der Glasqualität bewertet werden und Handlungsempfehlungen – auch in Bezug auf die anderen drei Berliner Vertragsgebiete – abgegeben werden.“

Dazu ertklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm: „Die Senatsverwaltung läßt sich vom DSD über den Löffel balbieren. Die angeblich mangelnde Glasqualität der Zweifarberfassung in den Wohnanlagen, ist nur ein vorgeschobenes Argument. In Ländern mit hervorragend funktionierenden Recyclingsystem wie Dänemark oder der Schweiz wird Altglas auch nur nach zwei Farben erfaßt. Was die technisch können, muß auch in Deutschland möglich sein.

In Wahrheit geht es um die Gewinne der Eigentümer des DSD, bei denen es sich mehrheitlich um britische Finanzinvestoren handelt. Das DSD, das als Non-Profit-Unternehmen begann, ist also heute ein Heuschreckenmodell. Da steht zwar `Grüner Punkt´drauf, doch es geht um Gewinn. Und der wird durch die Kosten für das Abholen des Altglases aus den Wohnanlagen geschmälert. Offensichtlich soll alles, was das vorgegebene Mindestsoll des DSD für die Altglaserfassung übersteigt, abgespeckt werden. Das ist nicht im Sinne der Umwelt, weil weniger Wertstoffe erfaßt werden, und der Verbraucher, die für jede Einwegflasche einen Recycling-Obulus zahlen.“