Verband Deutscher Grundstücksnutzer

24.01.2014

Berlin braucht sichere Lösung für Altglas-Recycling

VDGN-Präsident appelliert an Berliner Abgeordnetenhaus: Politik muß aktiv werden. Gewinninteressen dürfen nicht im Vordergrund stehen

Für die Erfassung und Wiederverwertung des Altglases in Berlin muß eine sichere und bürgerfreundliche Lösung gefunden werden. Dafür muß das Berliner Abgeordnetenhaus tätig werden. Mit dieser Forderung hat sich der

Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) in einem Offenen Brief an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Ralf  Wieland, sowie an die Vorsitzenden der Fraktionen gewandt. Anlaß dafür ist die Entfernung zahlreicher Altglas-Sammelbehälter durch das Duale System Deutschland (DSD) aus Wohnanlagen in drei östlichen Stadtbezirken.

Bisher, so heißt es in dem Brief, hatte Berlin mit einem Rücklauf von 89 Prozent des Altglases ein geradezu sensationelles Ergebnis erreicht, das sich der Erfassungsquote des internationalen Spitzenreiters, Schweiz (95 Prozent) näherte. Der Rückzug von Sammelbehältern aus den Wohnanlagen werde diese Quote absehbar senken.

„Das Argument des DSD, die Qualität des erfaßten Glases sei zu schlecht, weil in den Hofanlagen nur nach Weiß- und Buntglas getrennt werde, können wir nicht akzeptieren. Auch in Nachbarländern Deutschlands mit sehr erfolgreichen Reycylingsystemen wie der Schweiz, Österreich und Dänemark wird in den Sammelbehältern nur Weiß- und Buntglas getrennt erfaßt. Und nach öffentlichen Aussagen der Berliner Stadtreinigungsbetriebe ist eine Verbesserung der Glasqualität möglich, auch wenn man beim bisherigen System bleibe“, schreibt Peter Ohm.

Sollte sich bewahrheiten, daß der Rückzug der Sammelbehälter aus den Wohnanlagen der Gewinnmaximierung beim DSD dient, stelle sich das DSD, das sich überwigend in den Händen britischer Finanzinvestoren befindet, selbst in Frage. „Dann sollte für Berlin unbedingt eine andere Lösung bei der Erfassung des Altglases gefunden werden als das jetzige Modell, bei dem ein umweltsensibles Geschäft in den Händen sprichwörtlicher ´Heuschrecken´ liegt.“

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