Verband Deutscher Grundstücksnutzer

26.08.2011

Wandel im Osten auf Kosten vieler Grundstückseigentümer

VDGN kritisiert Selbstlob ostdeutscher Ministerpräsidenten beim Leipziger Forum „Zukunft im Osten“

Zu Äußerungen ostdeutscher Ministerpräsidenten auf dem Forum „Zukunft im Osten“ in Leipzig, die neuen Bundesländer hätten den „demographischen Wandel“ teilweise schon gemeistert, erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Hier klopfen sich Politiker selber auf die Schulter, wie toll sie doch regiert haben. Ganz aus dem Blick wird dabei gelassen, daß im Osten Deutschlands eine geschrumpfte Bevölkerung steigende Lasten zu tragen hat. Betroffen sind davon insbesondere auch Menschen mit Eigenheimen und anderen Wohngrundstücken. Ihnen werden in mehreren Ost-Bundesländern hohe finanzielle Beträge für Anschlüsse an die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung abverlangt, die schon zu DDR-Zeiten und noch davor erfolgt sind. Das ist für viele Betroffene auch angesichts weiter faktisch hoher Arbeitslosigkeit und geringer Einkommen im Osten finanziell nicht tragbar.

Als nächste Belastungswelle kommt auf die Grundstückseigentümer die Abrechnung von Sanierungsgebieten zu. Dabei werden von den Grundstückseigentümern sogenannte Ausgleichsbeträge kassiert. Die insgesamt 850 Sanierungsgebiete befinden sich überwiegend in den Zentren mittlerer und kleiner Städte. Die oft vier- bis fünfstelligen Eurobeträge werden von den betroffenen Grundstückseigentümern mit der Begründung verlangt, die Sanierung bringe einen höheren Wert ihrer Grundstücke. Das aber trifft nicht zu.

Die Lösung der Probleme, die mit dem „demographischen Wandel“, sprich der enormen Abwanderung aus dem Osten zusammenhängen, findet zu einem großen Teil auf dem Rücken der Menschen statt, die hiergeblieben sind. Diese Wahrheit sollte auch ausgesprochen werden.