Verband Deutscher Grundstücksnutzer

18.01.2011

VDGN fordert: Keine taktischen Spielchen!

Neue Flugrouten der DFS versprechen Lärm-Entlastungen nur für den Süden Berlins

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) prüft derzeit nach eigenen Angaben 16 alternative Flugrouten zum Großflughafen BBI. Anfang der Woche stellte sie einige davon den Bürgern vor. Peter Ohm, Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), stellt dazu fest:

Die derzeit vorgestellten Routen können nach Meinung des VDGN nicht wirklich Alternativen zu den am 6. September 2010 präsentierten Vorschlägen der DFS sein. Denn es ist geradezu zynisch, wenn Entlastungen nur für den Südwesten Berlins und Brandenburgs gelten sollten. Es hat keinen Sinn, Routen auf dem Reißbrett nur hin und her zu schieben um Aktivität vorzutäuschen. Die Planer bei der DFS müssen den gesamten betroffenen Bereich im Südenwesten aber auch im Südosten Berlins und Brandenburgs im Blick behalten. Dort gibt es genauso wichtige und nachvollziehbare Gründe, Überflüge bei Start und Landung zu vermeiden und so den Fluglärm so weit wie möglich zu senken. Auch im Osten haben die Menschen ein Anrecht auf den Schutz ihrer Gesundheit und ihrer Besitztümer, wie Eigenheime. Die jetzige Strategie erweckt den Eindruck, nicht konsequent nach einer akzeptablen Lösung für alle zu suchen. Sie hat eher den bitteren Beigeschmack, als ob man mit eilfertigen Zusagen den einen Teil der bisher betroffenen Bürger besänftigen und damit den Druck aus den Protesten nehmen will, um am Ende die gesamte Protestbewegung durch Aufspaltung zu schwächen. Der VDGN fordert die Verantwortlichen auf, keine taktischen Spielchen zu treiben. Es ist höchste Zeit die Sorgen der Menschen in West und Ost ernst zu nehmen und Flugrouten zu erarbeiten, die gewährleisten, dass sowenig wie möglich Berliner und Brandenburger von sowenig wie möglich Fluglärm betroffen sind.