Verband Deutscher Grundstücksnutzer

30.03.2010

Trassenführung nicht akzeptabel

VDGN zur Machbarkeitsstudie des Berliner Senats über Vollendung der Tangentialen Verbindung Ost (TVO)

Zu jüngsten Presseberichten, die über die jetzt vorhandene Machbarkeitsstudie des Berliner Senats zur Vollendung der Tangentialen Verbindung Ost (TVO) informieren, erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Dem hartnäckigen Einsatz des VDGN, der immer wieder das Verkehrsproblem in den Siedlungsgebieten am östlichen Stadtrand und in Karlshorst auf die Tagesordnung setzte, ist es zu verdanken, daß die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Jahr 2009 endlich reagierte und eine eigene Machbarkeitsstudie zur TVO in Auftrag gab. Wir begrüßen, daß sie nun vorliegt und das große Potential der TVO zur Reduzierung der Belastungen für Anwohner wie Verkehrsteilnehmer betont.

Was allerdings verwundert: Die Studie favorisiert eine völlig veraltete, die Siedlungsentwicklung der letzten Jahrzehnte ignorierende Trassenführung auf der östlichen Seite der Bahnlinie zwischen Biesdorf und Karlshorst. Der Realisierungsvorschlag des VDGN hingegen beruht auf einer Trassenführung westlich der Bahnlinie, auf verwildertem Gebiet des ehemaligen Rangierbahnhofes Wuhlheide, fernab der Wohnbebauung in Biesdorf und Karlshorst.

Was die Planer oder Auftraggeber der Senatsstudie geritten haben mag, mit der Trassenplanung östlich der Eisenbahntrasse, bewohntes Siedlungsgebiet zu tangieren, mögen diese demnächst erklären. Der VDGN ist sich mit den Verkehrsexperten seiner TVO-Arbeitsgruppe sicher: Eine westliche Trassenführung ist anwohnerfreundlicher, schneller realisierbar und auch nicht unbedingt teurer als die Senatsvariante, zumal man sich mit der östlichen Trassenführung in Abhängigkeit von Investitionen der Deutschen Bahn im Bereich des S-Bahnhofes Wuhlheide begibt, die gerade eine Streckung ihrer Investitionen verkündet hat. Fakt ist: 2011 geht der Flughafen BBI in Betrieb, und jeder Tag Verzögerung beim Lückenschluß verschärft die Situation für die Anwohner in den betroffenen Straßen in Biesdorf und Karlshorst.

Weiterhin stellt sich dringend die Frage, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, zunächst nur eine zweispurige Straße zu konzipieren, wie die Senatsstudie es vorschlägt. Die finanziellen Einsparungen durch die Reduzierung auf je eine Richtungsfahrbahn halten sich in Grenzen, eine spätere Erweiterung auf vier Spuren würde jedoch immense Mehrkosten insbesondere bei den notwendigen Brückenbauwerken verursachen. Bei Lichte besehen laufen die Empfehlungen der Senatsstudie darauf hinaus, das TVO-Projekt zu verzögern und durch die östliche Trassenführung neue Probleme für Anwohner zu schaffen.