Verband Deutscher Grundstücksnutzer

25.01.2012

Schallschutzprogramm für Schönefeld neu auflegen

Politik muß sich endlich den Problemen der Betroffenen ernsthaft annehmen

Laut Presseberichten hat das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung an den An- und Ablugflugrouten des Großflughafens Schönefeld gegenüber dem Stand vom 4. Juli 2011 nichts wesentliches geändert. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Unsere Forderung, den Flugbetrieb so anzulegen, daß möglichst wenige Menschen von den Belastungen betroffen sind, sehen wir nicht erfüllt. Verantwortlich ist dafür aber nicht das Bundesaufsichtsamt für die Flugsicherung, verantwortlich sind die Bundesregierung und die Regierungen der Länder Berlin und Brandenburg als Eigentümer der Flughafengesellschaft. Sie haben es in der Hand, die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen in der Region über die wirtschaftlichen Interessen zu stellen. Dazu gehören außer einer menschenfreundlichen Routengestaltung insbesondere ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und ein Schallschutzprogramm, das den Namen verdient. Das jetzige Schallschutzprogamm geht von nachweislich falschen Belastungswerten aus – zum Teil auch, weil ihm nicht die zwischenzeitlich festgelegten Flugrouten zugrundeliegen. Wir fordern die Politik auf, sich dieses Problems endlich ernsthaft anzunehmen und das Schallschutzprogramm neu aufzulegen. Die jetzt geplanten 140 Millionen Euro reichen dafür bei weitem nicht aus. Nach vorsichtiger Schätzung des VDGN sind mindestens 750 Millionen für den Schallschutz nötig.