Verband Deutscher Grundstücksnutzer

24.10.2014

Klimaschutz durch Häuserdämmung?

Deutschlands Weg der „energetischen Gebäudesanierung“ wird scheitern und zu sozialen Verwerfungen führen

In Brüssel haben sich die Regierungschefs der EU-Länder auf das Ziel geeinigt, bis 2030 den Energieverbrauch in der EU um 27 Prozent zu senken. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Bundeskanzlerin Angela Merkel betont zwar, daß Deutschland selbst bereits ehrgeizigere Einsparziele verfolgt. Dennoch ist zu befürchten, daß die Einigung in der EU für weiter verschärfte Auflagen bei der sogenannten energetischen Sanierung des Gebäudebestandes herhalten muß. Davor können wir nur warnen.

Es ist sehr zweifelhaft, ob die Dämmung von Bestandsgebäuden nach gültigen Vorgaben, überhaupt die am grünen Tisch errechnete Energieeinsparung bringt. Greifbar sind aber die damit verbundenen Probleme: An vielen Stellen hat die „energetische Sanierung“ der Gebäudehüllen bereits zur Schädigung des Gebäudebestandes geführt. Für die Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern ist sie in der Regel unwirtschaftlich. Für Mieter führt sie zu steigenden Mietbelastungen.

Die jüngste Studie „Energetische Gebäudesanierung in Deutschland“ des Instituts für Wärme und Öltechnik  (IWO) spricht eine deutliche Sprache. Dort heißt es: „Insgesamt verteuert die energetische Gebäudesanierung das Wohnen teils erheblich, Haushalte mit unterdurchschnittlichem Einkommen sind davon überproportional betroffen und werden die nötigen finanziellen Mittel für die Haussanierung nicht aufbringen können.“ Die Studie warnt davor, daß die Gebäudesanierung soziale Ungleichgewichte verstärkt und Haushalte mit einem
unterdurchschnittlichen Einkommen überproportional belastet.

Der Versuch, Deutschlands Energiesparziel maßgeblich über eine Verteuerung der Wohnkosten zu erreichen, ist zum Scheitern verurteilt. Er wird zu starken sozialen Verwerfungen führen, während gleichzeitig die erhofften Energieeinsparungen ausbleiben.

Für die Betroffenen stellt sich schon heute die Frage, ob es bei der „energetischen Sanierung“ tatsächlich um den vielbeschworenen Klimaschutz geht. Wo zum Beispiel bleiben die wirklichen Anstrengungen, einen Großteil des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene zu verlagern?  Über 70 Prozent der Güter werden heute auf der Straße und nur unter 20 Prozent auf der Schiene bewegt. Autobahnen werden für weiter zunehmenden LKW-Verkehr ausgebaut, während das deutsche Schienennetz schrumpft. Eine nachvollziehbare Politik sieht anders aus!