Verband Deutscher Grundstücksnutzer

16.09.2015

Killerfaktor Windkraft

Landesregierungen im Osten sollten Preisverfall bei Immobilien durch Windkraftanlagen ernstnehmen

Windenergieanlagen schaden den Immobilienpreisen nicht. Diese Botschaft verbreitet das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Grundlage dafür ist ein Vortrag, den Günter Vornholz, Lehrer an der EBZ Business School Bochum, im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Ministeriums am Dienstag (16. September 2015) in Wismar hielt. Vornholz beruft sich u.a. auf Preisanalysen in Aachen. Diese hätten gezeigt, daß ausgerechnet Immobilien, die am nächsten zu einem Windenergiepark stehen, steigende Preise verzeichneten. Als weiteres Beispiel nannte Vornholz Küstenregionen, die als Zweit- und Alterswohnsitz immer attraktiver werden. Dort würden die Immobilienwerte kräftig ansteigen, obwohl in den dortigen Gemeinden besonders viele Windenergieanlagen errichtet wurden. Bürgerinitiativen, die sich gegen Windparks wenden, könnten mit ihrer Warnung von einem Wertverlust der Immobilien den von ihnen befürchteten Preisrückgang herbeiführen, weil sie potenzielle Käufer abschreckten, sagte Vornholz.

Dazu erklärt VDGN-Präsident Peter Ohm: „Wenn das der Umgang mit den Problemen vieler Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sein soll, dann gute Nacht. Der Normalfall in diesem Bundesland ist doch nicht der Küstenstreifen oder gar die Region Aachen, in der durchschnittlich 771 Einwohner auf einem Quadratkilometer leben und der Druck auf dem Immobilienmarkt groß ist. Mecklenburg-Vorpommern hat 69 Einwohner pro Quadratkilometer und eine überwiegend dörfliche Siedlungsstruktur. Die Probleme, die aus der Überalterung in vielen Dörfern und der Abwanderung eines großen Teils der besserqualifizierten Jugend in die West-Bundesländer erwachsen, sind allgemein bekannt. Schon jetzt ist die Zukunft vieler Häuser dort ungewiß. Verkäufe finden häufig nur noch an Menschen aus den großen Städten statt, die einen Zweit- oder Alterswohnsitz suchen. Ein Windpark in der Nähe mit seinen landschaftszerstörenden Wirkungen und gesundheitsschädlichen Emissionen ist da garantiert ein Killerfaktor. Kaum einer dieser Interessenten möchte ein Haus in der Nähe einer 200 Meter hohen Windkraftanlage bewohnen.

Die Probleme vieler Menschen mit Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern - aber auch anderen Bundesländern des Ostens wie insbesondere Brandenburg und Sachsen-Anhalt – mit Windkraftanlagen wegzureden, ist äußerst kontraproduktiv, gerade in einer Situation wie gegenwärtig, da gesellschaftlicher Zusammenhalt besonders gefordert ist. Vielmehr sollten die Regierungen der Bundesländer die Fürsorgepflicht für ihre Bevölkerungen ernstnehmen und überall Regelungen einführen, nach denen der Abstand einer Windkraftanlage das Zehnfache ihrer Gesamthöhe bis zur Rotorspitze betragen muß. Für den Wertverlust von Immobilien durch Windkraftanlagen sind endlich verbindliche Entschädigungsregeln einzuführen. Die Entschädigungen sind von den Betreibern der Anlagen zu zahlen.

Was gar nicht geht: die Betroffenen noch zu vermahnen, sie seien selber schuld am Preisverfall ihrer Immobilie, weil sie gegen die Belastungen durch Windkraftanlagen protestieren. Denn dem Schaden wird da noch der blanke Hohn beigesellt.