Verband Deutscher Grundstücksnutzer

13.03.2013

Jetzt keine Vereinbarungen zum Schönefeld-Schallschutz unterschreiben!

VDGN warnt vor Entschädigungsangeboten der Flughafengesellschaft

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) rät Grundstückseigentümern im Bereich des neuen Großflughafens Schönefeld am Rande Berlins, derzeit keine Vereinbarungen mit der Flughafengesellschaft zum Schallschutz zu unterschreiben. VDGN-Präsident Peter Ohm:

„Zahlreiche Betroffene haben Schreiben von der Flughafengesellschaft bekommen, die auf falschen rechtlichen Voraussetzungen für den Schallschutz basieren. Angeboten wird den Grundstückseigentümern eine Entschädigung in Geldform, die von einem Schutzziel ausgeht, daß tagsüber sechs Überflüge mit mehr als 55 Dezibel Schallpegel erlaubt sind. Der Planfestellungsbeschluß und ein entsprechendes Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg vom Juni 2012 erlauben aber keinen einzigen Überflug  mit mehr als 55 Dezibel Lärmbelästigung, auch wenn das Brandenburger Infrastrukrturministerium mit Rechentricks der Flughafengesellschaft den Rücken stärkt und deren unzulässige Praxis in rechtswidriger Weise legitimiert. Vor dem zuständigen OVG ist eine weitere Klage anhängig, mit der die Flughafengesellschaft und die Brandenburger Landesregierung hoffentlich gezwungen werden, den Planfeststellungbeschluß umzusetzen.

Wir raten den Betroffenen dringend, von der jetzt angebotenen Geldentschädigung Abstand zu nehmen. Denn ohne eine genaue baufachliche Prüfung auf der Grundlage des Lärmschutzzieles des Planfeststellungsbeschlusses läßt sich der Finanzbedarf für korrekte Lärmschutzmaßnmahmen nicht ermitteln. Die meisten Betroffenen dürften deshalb bei einer Entschädigung in Geldform Verluste erleiden, weil der finanzielle Aufwand für den Einbau von Lärmschutzfenstern und nötigen Lüftungsanlagen später viel höher ausfallen wird. Das gilt im übrigen auch für Betroffene, die bereits eine Vereinbarung unterschrieben hatten und denen jetzt eine Neuberechnung ihrer Ansprüche bei eventueller Zahlung eiunes Differenzbetrages angeboten wird. Diese Grundstückseigentümer sollten dringend eine fachkundige Beratung suchen.

Der VDGN bleibt bei seiner Forderung an die Landesregeirungen von Berlin und Brandenburg, für einen effektiven Lärmschutz bei den Betroffnen zu sorgen. Das muß  für Schönefeld gewährleistet sein, wenn der Großflughafen in Betrieb geht. Das gilt aber auch für Tegel, solange Hundertausende die Belastungen des laufenden Flugbetriebs ertragen müssen.“