Verband Deutscher Grundstücksnutzer

25.05.2011

Ist der Osten weniger schutzbedürftig?

Neues Gutachten für Flugrouten des BBI Berlin-Schönefeld erst in gut zwei Jahren fertig

Zu den Flugrouten vom zukünftigen Flughafen BBI in Schönefeld soll ein weiteres Gutachten erstellt werden. Dieses wird aber erst in maximal zwei Jahren vorliegen, also weit nach Eröffnung des Flughafens im Juni 2012. Peter Ohm, Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), stellt dazu fest:

Das Gebaren von Politik und Flughafengesellschaft ist inzwischen als menschenverachtend einzustufen. Nachweislich seit 1998, also weit vor Baubeginn, waren Verantwortliche von Politik und Flughafen über die abknickenden Abflugrouten informiert, die logisch zu veränderten Lärmbelästigungen führen. Und seit dieser Zeit haben Entscheidungsträger nachweislich nichts unversucht gelassen, diese Routen vor der Bevölkerung geheimzuhalten. Bis sie am 6. September 2010 durch die Deutsche Flugsicherung dann, gut zwölf Jahre später, doch veröffentlicht wurden. Und jetzt braucht es noch einmal zwei Jahre, um Menschen auch im Südosten vor Fluglärm zu schützen?

Das heißt aber auch, daß man ihnen wissentlich zwei Jahre teils gesundheitlichen Lärm zumutet! Die Betroffenen im Südosten müssen sich da wohl als Menschen zweiter Klasse fühlen. Das ist widerlich. Der VDGN protestiert im Namen der Betroffenen energisch dagegen. Vor allem die Politik hat den Bürgern im Süden einen Flugplatz vor die Nase gesetzt, wohlwissend das dieser Standort eine teils eine Lärmbelastung für Berliner und Brandenburger Gebiete mit sich bringt

Wer den Flughafen will, der muß auch konsequent für den Schutz der gesamten Bevölkerung sorgen. Der VDGN fordert, die Flugrouten so zu gestalten, daß so wenig wie möglich Bewohner von Fluglärm betroffen sind. Es muß Schluß sein mit dem unwürdigen Gezerre, die Routen so zu legen, daß sie vor allem Flughafen und Airlines finanziell Vorteile bringen.