Verband Deutscher Grundstücksnutzer

05.06.2012

Günstig vermieten an Verwandte

Schriftliche Mietverträge mit Angehörigen werden steuerlich anerkannt, wenn sie in gleicher Form und Inhalt mit einem Dritten geschlossen werden können

Noch immer gilt es vielfach als problematisch, nahen Verwandten eigenen Wohnraum per Mietvertrag zu überlassen. Häufig werden mündliche Vereinbarungen, oder ein Schriftstück mit kurzen Vertragspassagen bevorzugt. Es bleibe ja in der Familie, so die vorherrschende Meinung.

Für beide Seiten ist das allerdings keine komfortable Lösung. Zum einen kann es zu familiären Spannungen kommen, die dann auch die Eigentumswohnung berühren, zum anderen kann der Eigentümer nur dann steuerliche Vorteile nutzen, wenn er sich auf einen schriftlichen Vertrag beruft.

Der VDGN rät entschieden dazu, auch bei Überlassung von Wohneigentum an Angehörige einen schriftlichen Mietvertrag abzuschließen. Im Vertragstext des Mietvertrages müssen die Angaben zum Objekt (Lage, Größe), zur Miete (Grundmiete, Betriebskosten, Fälligkeitstag),  zur Laufzeit des Mietvertrages und zu Kündigungsfristen enthalten sein.

Der VDGN empfiehlt, einen Formular-Mietvertrag zu nutzen, oder diesen als Grundlage für die Erstellung eines selbst ausgearbeiteten Eigenvertrages heran zu ziehen. Hier hat man die Möglichkeit, einen kurzgefassten, objektbezogenen und dennoch rechtsicheren Mietvertrag zu erstellen. Um eine steuerliche Anerkennung nicht zu gefährden, muß der Mieter die Wohnung natürlich tatsächlich bewohnen und die Miete zum festgesetzten Zahlungstermin, auf dem vereinbarten Zahlungsweg und in vereinbarter Höhe zahlen.

Um den vollen Abzug der Werbungskosten beim Versteuern der Mieteinkünfte vornehmen zu können, ist folgendes zu beachten: Der Gesetzgeber hat seit dem 1. Januar 2012 im Steuervereinfachungsgesetz eine einheitliche Festlegung getroffen. Wird mehr als 66 Prozent der ortsüblichen Miete vereinbart und gezahlt, gilt die Miete als vollentgeltlich und ermöglicht den vollen Werbungskostenabzug.