Verband Deutscher Grundstücksnutzer

01.02.2017

Gegen Stickoxide und Feinstaub - GRÜN-Tarif für Berlin einführen!

Berliner müssen sich Pflege ihres städtischen Grüns wieder leisten können. VDGN fordert neuen Senat zu Umgestaltung beim Tarif für das Trinkwasser auf

GRÜN-Tarif für Berlin! Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) fordert den neuen Senat von Berlin auf, seinen Vorschlag für eine Umgestaltung des Trinkwassertarifs in Berlin aufzugreifen. Dieser GRÜN-Tarif zielt darauf, es den Berlinerinnen und Berlinern wieder zu ermöglichen, sich selbst bei der Pflege und Erhaltung des städtischen Grüns zu engagieren. Vor allem in warmen Sommern verdursten in der Stadt viele Bäume und Sträucher, die für das Klima und die Luftqualität in Berlin äußerst wichtig sind. Der derzeitig immer noch hohe Wasserpreis aber verhindert es mehr und mehr, daß die Berlinerinnen und Berliner sich selbst an der Pflege des Grüns beteiligen.

Das Modell des GRÜN-Tarifs sieht so aus: Auf der Basis der Zahlen über den Wasserverbrauch eines Haushalts in den letzten fünf Jahren werden der durchschnittliche Wasserverbrauch und die dazugehörige Abwassermenge dieses Haushaltes ermittelt. Diese Menge wird dann dem Haushalt zum normalen Preis für das Trink- und das Abwasser berechnet. Was aber darüber hinaus an Trinkwasser von diesem Haushalt verbraucht wird, gerade auch zum Wässern von Bäumen und Sträuchern an der Straße, wird nach dem „GRÜN-Tarif“ berechnet. Das heißt: Der Kunde zahlt dafür nur die bei den Berliner Wasserbetrieben tatsächlich entstehenden Kosten, etwa 20 bis 30 Cent pro Kubikmeter Trinkwasser.

Dazu VDGN-Präsident Peter Ohm: „Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte dazu 2016 schon Pilotprojekte beschlossen. Doch die wurden dann höchst unverständlicherweise von der damaligen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt vom Tisch gefegt. Angesichts der hohen Belastung der Berliner Atemluft mit Stickoxiden und Feinstaub, wie aktuell von der neuen Umweltsenatorin Regine Günther beklagt, fordern wir von der Regierungskoalition aus SPD, LINKEN und Grünen, das Modell des GRÜN-Tarifs aufzugreifen.

Welch hohen Wert das städtische Grün hat, um Stickoxide und auch Feinstaub aus der Luft zu filtern und damit Gefährdungen für die Gesundheit abzuwenden, dürfte unstrittig sein. Nicht ohne Grund sieht die Koalitionsvereinbarung von SPD, LINKEN und Grünen vor, 10.000 Straßenbäume in Berlin neu zu pflanzen. Aber damit ist es ja nicht getan. Darauf haben wir die neue Umweltsenatorin auch schon hingewiesen. Wenn Bäume wegen Wassermangels massenhaft ihr Laub abwerfen, wie zum Beispiel im Sommer 2015 geschehen, dann fallen sie auch als Filter für die Atemluft aus.

Wer es ernst meint damit, die Qualität der Berliner Luft entscheidend zu verbessern, muß die Berlinerinnen und Berliner bei der Pflege des städtischen Grüns einbeziehen. Wir sind sicher, sie möchten sich beteiligen. Nur müssen sie sich das auch leisten können.“