Verband Deutscher Grundstücksnutzer

19.11.2015

Endlich Taten sprechen lassen

Sulfatbelastung der Spree: VDGN erwartet vom Krisengipfel konkrete Ergebnisse

Die Länder Berlin und Brandenburg müssen unverzüglich Maßnahmen  gegen das Ansteigen der Sulfatwerte in der Spree und damit zur Sicherung der Trinkwasserqualität in den angrenzenden  Gebieten ergreifen. Das fordert der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) im Vorfeld des für Freitag, den 20. November 2015, anberaumten Krisengipfels der Umweltstaatssekretäre beider Bundesländer.

Dazu erklärt VDGN-Präsident Peter Ohm: „Ausflüchte hat es schon genug  gegeben. Jetzt müssen die Länder Berlin und Brandenburg endlich Taten sprechen lassen. Nach dem Verursacherprinzip stehen der Tagebaubetreiber Vattenfall und die bundeseigene Bergbau-Verwaltungsgesellschaft LMBV in der Pflicht, die notwendige Umrüstung der Wasserwerke sowie der Infrastruktur zu finanzieren, wenn sie es nicht schaffen, den Sulfateintrag erheblich zu verringern. Auf keinen Fall dürfen die Verbraucher über eine Erhöhung des Trinkwasserpreises dafür zur Kasse gebeten werden. Insofern erwarten wir vom Krisengipfel, auf den die Umweltministerien nach Kritik des VDGN immer wieder hingewiesen haben,  konkrete und vorzeigbare Ergebnisse.“

Hinsichtlich der Trinkwasserqualität teilt der VDGN  die große Sorge  der Verantwortlichen bei der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA). Dort hat die Sulfatbelastung des Trinkwassers im Oktober erstmals die Marke von 200 Milligramm je Liter (mg/l) überschritten. Damit nähert sich die Belastung immer schneller dem gesetzlichen Grenzwert von 250 mg/l. Eine Überschreitung dieses Wertes kann bei den Verbrauchern bekanntlich zu Durchfall und Erbrechen führen. Schnelle Abhilfe soll eigentlich die erhöhte Beimischung von  unbelastetem Trinkwasser aus Brunnen in Müllrose schaffen. Doch die dafür notwendige 6,2 Millionen teure Sanierung des Wasserwerkes Müllrose scheitert nach Angaben der FWA bisher an der Weigerung der LMBV, sich an den Kosten zu beteiligen, bevor der Grenzwert erreicht wird.

Dazu Peter Ohm: „Auch hier muss die LMBV endlich Verantwortung übernehmen. Es ist höchste Zeit, dass die Umweltminister von Brandenburg und Sachsen vom bundeseigenen Bergbausanierer mit Nachdruck einen adäquaten Beitrag zum Schutz des Trinkwassers fordern. Ein entsprechendes Signal sollte vom Krisengipfel ausgehen, zumal der Steuerungs- und Budgetausschuss der LMBV im Dezember erneut die Sulfatproblematik behandeln soll. Es ist vollkommen unverständlich, daß  Vatenfall und das Land Brandenburg sofort ihren Beitrag zur Wasserwerksanierung in Müllrose zugesagt haben und die LMBV  weiterhin ihre Beteiligung verweigert. Nicht nur in Frankfurt/Oder wird jetzt dringend der von den Landesregierungen versprochene Maßnahmekatalog erwartet.“