Verband Deutscher Grundstücksnutzer

14.10.2015

Bleibt Tegel offen, muß wirksamer Schallschutz her!

VDGN fordert: Karten auf den Tisch und Schutzmaßnahmen rechtzeitig in Angriff nehmen

Die unsichere Perspektive einer Eröffnung des neuen Großflughafens BER in Schönefeld hat die Diskussion um das Offenhalten des Flughafens Berlin-Tegel intensiviert. Laut Zeitungsberichten prüft der Berliner Senat bereits die Finanzrisiken, die daraus erwachsen würden. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

„Wenn Tegel offenbleibt, weil Schönefeld nicht bis zum Ende der Betriebsgenehmigung von Tegel fertiggestellt wird, dann darf das nur unter den rechtlichen Rahmenbedingungen eines Planfeststellungsbeschlusses geschehen, so als wäre ein neuer Flughafen entstanden. Das heißt vor allem, den vom Fluglärm Betroffenen mindestens den gleichen Schallschutz zu gewähren, wie er im Planfeststellungsverfahren für den BER festgelegt wurde. Davon kann beim Flughafen Tegel derzeit nicht einmal ansatzweise die Rede sein.

Wir warnen die Verantwortlichen schon heute vor ähnlichen Tricksereien wie am BER, wo versucht wurde und versucht wird, die vom Fluglärm Betroffenen mit einem Billigschallschutz abzuspeisen. Am wichtigsten ist jetzt eine realistische Beurteilung der Lage. Sollte es nötig sein, Tegel offenzuhalten, müssen die Schallschutzmaßnahmen für die Betroffenen unverzüglich konzipiert und rechtzeitig in Angriff genommen werden. Dafür müssen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Höchstwahrscheinlich wird dafür mehr Geld gebraucht als die 750 Millionen Euro, die für den Schallschutz am BER mindestens nötig sind. Dafür müssen auch der Bund und das Land Brandenburg als Gesellschafter der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg einstehen. Denn die Gesellschafter tragen die gemeinsame Verantwortung für das Desaster beim Bau des BER.

Wir können den Verantwortlichen nur raten, die Karten schnell auf den Tisch zu legen. Der VDGN wird die Vorgänge um Tegel genauso aufmerksam und kritisch verfolgen wie die Vorgänge um den BER.“