Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Vorsicht vor Knebelverträgen!

Ein kurzer Überblick zu den Änderungen im Schornsteinfegerwesen ab dem 1. Janaur 2013

Das ändert sich ab 2013 für Schornsteinfeger:
Der zuständige Bezirksschornsteinfeger ist durch das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG) verpflichtet, auf Grundlage der Feuerstättenschau oder der Daten des Kehrbuchs einen Feuerstättenbescheid (Festlegung über Zeiträume für Kehr-, Reinigungs- und Überprüfungsarbeiten) auszustellen. Der Bezirksschornsteinfeger nennt sich fortan „Bevollmächtigter Bezirksschonsteinfegermeister“. Sein Kehrbezirk untersteht ihm nicht mehr lebenslang, sondern wird alle sieben Jahre vom Bund öffentlich neu ausgeschrieben. Im Revier eines „Bevollmächtigten“ dürfen freie und befähigte Kaminkehrer aus anderen Kehrbezirken tätig werden, also Kehr- und Überprüfungsarbeiten ausführen.

Resultat: Zahlreiche Bezirksschornsteinfeger versuchen, viele Kunden zu binden – auch unter dem Einsatz von Druckmitteln, insbesondere der Androhung von Konsequenzen bei Pflichtverletzungen.

Der VDGN warnt dringend davor, sich vorschnell auf einen „Dienstleistungsvertrag“ mit dem zuständigen Schornsteinfeger einzulassen: Eigentümer werden auf einen langen Zeitraum gebunden und zahlen zudem drauf. Die „Hoheitlichen“ rechnen ihre Dienstleistungen nach der geltenden Kehr- und Gebührenordnung ab, während die Leistungen der freien Schornsteinfeger frei verhandelbar sind. Ersparnisse bis zu 30 Prozent sind dort nicht selten!

Das ändert sich ab 2013 für Eigentümer:
Hausbesitzer können einen freien befähigten Schornsteinfeger ihrer Wahl mit den im Feuerstättenbescheid festgelegten Kehr- und Überprüfungsarbeiten beauftragen und die Preise für die erbrachte Dienstleistung frei verhandeln. Daraus ergibt sich jedoch die Pflicht, einen Nachweis über die Ausführung der Tätigkeiten zu erbringen. Der beauftragte Kaminkehrer bescheinigt das mittels Formblatt dem Eigentümer und dieser legt das Dokument dem zuständigen bevollmächtigten Schornsteinfeger als Nachweis vor. Der Haken: Wird die Bescheinigung nicht oder zu spät vorgelegt, drohen Zwangsbescheide, Bußgelder und die Zwangskehrung durch den Bevollmächtigten.

Beauftragt der Eigentümer weiterhin seinen zuständigen Schornsteinfegermeister mit Kehrung und Messung, entfallen zwar die vorgenannten Verpflichtungen – er zahlt dafür aber erheblich mehr.

Das bleibt auch nach 2013:
Der zuständige bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ist zuständig für Bauabnahmen von neu- oder umgebauten Feuerstätten sowie für die Feuerstättenschau, die in einem Zeitraum von sieben Jahren zweimal durchzuführen und zu bescheinigen ist – und nicht wie oft behauptet, genau alle drei Jahre.

Alles in allem: Von der Abschaffung des Schornsteinfegermonopols kann nicht die Rede sein. Es wurde lediglich ein wenig aufgeweicht. Jetzt gilt es, mit der freien Schornsteinfegerwahl der Politik zu demonstrieren, daß Eigentümer durchaus willens und in der Lage sind, auch in Sachen Sicherheit und Brandschutz eigenverantwortlich zu handeln.